Schulkalender 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Lehrerinnen und Lehrer,

hauptsächlich zur qualifizierten Arbeit mit dem Schulkalender „Wald, Wild und Wasser 2021“ in Ihrer Klasse bieten wir Ihnen an dieser Stelle ein Reihe von zusätzlichen Informationen an.

Wir weisen darauf hin, dass auch im Jahr 2021 für Schüler, Schülerinnen und Schulklassen tolle „MACH MIT!-Aktionen” im April und November stattfinden. Wenn Ihre Schüler sich am Malwettbewerb beteiligen, achten Sie bitte darauf, dass auf der Rückseite der Bilder der Name des Kindes, die Klasse und die Schuladresse vermerkt sind. Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr und stehen für Fragen gerne zur Verfügung.

Landesjagdverband Bayern e.V.

Landesfischereiverband Bayern e.V.

Titel

Rehgeiß mit Kitz

Das Rehwild ist die häufigste Schalenwildart in Bayern und sehr anpassungsfähig. Es ist fast überall anzutreffen. Es bevorzugt jedoch abwechslungsreiche Lebensräume, die Nahrung und Deckung bieten. „Feinden” weicht es nur ein kleines Stück aus und beobachtet dann aus „sicherem Versteck” alles Weitere. Zur Flucht gezwungen, ist das Reh schnell, aber nicht sehr ausdauernd. Die im Mai und Juni gesetzten ein bis drei Kitze werden von der Rehgeiß bis ins nächste Frühjahr geführt.

Einführung

Zum Kalender 2021 „Wildtiere und Fische in der Feldflur“

Der Lebensraum Wasser ist in Bayern vielfältig: Bäche, Flüsse, Teiche und Seen. Genauso vielfältig sind die Bewohner dieser Unterwasserwelten. Allerdings ist diese Artenvielfalt durch eine Vielzahl menschlicher Eingriffe in unsere Gewässer bedroht. Die Fischer setzen sich deshalb für den Schutz der Gewässer und die Hege der heimischen Fischarten ein.

 

Im diesjährigen Kalender stellen wir vier typische Bewohner der Feldflur vor. Hier, im sogenannten Offenland mit Wiesen, Weiden und Feldern findet man abwechslungsreiche Kleingewässer: Wiesenbäche, Altwassertümpel, Teiche, Torfkuhlen, Baggerseen und sumpfige (Entwässerungs)-Gräben.

Dort sind die Arten Karausche, Aitel, Moderlieschen und Steinbeißer zu Hause. Sie alle zählen zu den sogenannten indifferenten Fischarten. Diese sind sehr anpassungsfähig und stellen keine hohen Ansprüche an ihren Lebensraum oder ihre Nahrung.

So möchte man meinen, dass sie in ihrem Bestand nicht gefährdet sein sollten. Allerdings sind auch sie vielfältigen Beeinträchtigungen ausgesetzt. Die Entwässerung der Feuchtwiesen bedeutet für viele Arten den Verlust ihres Lebensraums. Besonders geschädigt werden die Bewohner kleiner Fließgewässer immer wieder durch Bachräumungen, Entkrautungen und naturfernen Ausbau.

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den Klimawandel kommt es verstärkt zum Eintrag von Sediment und anderen Stoffen. Vor allem nach Starkregenereignissen werden nicht nur große Mengen an Erdreich in die Gewässer geschwemmt, sondern auch Dünger und giftige Pflanzen- und Insektenschutzmittel.

Oftmals bleibt ein Fischsterben oder der Schaden im Gewässer unbemerkt, da diesen Kleingewässern meist keine große Bedeutung beigemessen wird. Doch gerade die Flüsse und Bäche der Agrarlandschaft haben nicht nur eine wichtige Lebensraumfunktion, sondern sind wichtige Verbindungen zwischen verschiedenen Gewässerstrukturen.

Mit dem Volkbegehren Artenvielfalt wurden nun auch in Bayern fünf Meter breite Gewässerrandstreifen gesetzlich verankert. Sie sollen möglichst naturnah gestaltet werden und die Bäche schützen. Davon profitieren Gewässerbewohner sowie viele Insekten und andere Tiere gleichermaßen.

 

Januar: Das Rebhuhn

gehört zu den Feldhühnern. Es überwintert bei uns in Familienverbänden und größeren Gruppen, in sogenannten Ketten. Diese Verbände lösen sich im Spätwinter auf und es bilden sich Paare, die in Einehe zusammen bleiben. Die acht bis 15 Küken werden von beiden Elternteilen durch den Sommer geführt. Die Anzahl der Tiere, die in einem Gebiet vorkommen, ist neben dem vorhandenen Nahrungsangebot stark ab- hängig von Grenzlinien in der Landschaft. Übergangszonen zwischen „Deckung“ und offenen Flächen optimieren den Lebensraum. Kleinräumige Flächen wären ideal. Die moderne Art der Landnutzung kommt Rebhühnern leider nicht entgegen. Dieser früher sehr häufige Vogel ist dadurch in seinem Bestand stark gefährdet.

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Februar: Der Steinbeißer

lebt verborgen in kleineren Fließgewässern bis hin zu Rinnsalen sowie in Uferzonen von Seen. Tagsüber vergräbt er sich bis zum Kopf im sandigen Gewässergrund. Nachts durchwühlt er mit seinem kleinen Maul und den sechs kurzen Barteln den weichen Grund nach Kleinlebewesen und Pflanzenteilchen. Dabei durchkaut er den eingesaugten Sand und stößt ihn durch die Kiemenöffnungen wieder aus. Möglicherweise ist er so zu seinem Namen gekommen. Die Steinbeißer gehören zur Familie der Schmerlen und sind in Bayern vom Aussterben bedroht. Ihr Lebensraum wird beschädigt, wenn Gülle in Bäche fließt oder Wasserpflanzen entfernt werden. Der Steinbeißer wird fünf bis zehn Zentimeter groß. Unter dem Auge sitzt ein beweglicher Dorn zur Verteidigung. Rücken und Seiten sind gelblich mit Längsreihen aus dunklen Flecken. Unterhalb der Seitenlinie findet sich eine markante Reihe aus größeren Flecken.

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Der Steinbeißer ZeichnungDownload 

März: Die Wiesenhummel

ist eine kleine heimische Hummelart. Sie gehört zu den Wildbienen, lebt sozial und betreibt Brutpflege. Ihr „Staat“ ist mit etwa 100 bis 120 Einzeltieren viel kleiner als ein Honigbienenvolk. Bereits im März suchen die überlebenden Königinnen nach einem geeigneten Nistplatz für ihr neues Volk. Die Nester finden sich oberirdisch in der Krautschicht oder auch in Löchern unter der Erde. Dort legen sie ein „Nahrungstöpfchen“ aus Nektar und Pollen an und beginnen mit der Eiablage und Brut. Aus den ersten gelegten Eiern wachsen Arbeiterinnen, später auch Drohnen heran. Bereits im August suchen die befruchteten Jungköniginnen einen Platz in der Erde zum Überwintern. Das restliche Hummelvolk stirbt im Spätherbst.

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April: Der Neuntöter

wird auch Rotrückenwürger genannt und gehört zu den Singvögeln. Er kommt als Zugvogel im Mai aus Afrika in sein Brutgebiet zu uns zurück und verlässt es im August bereits wieder. Merkmal seines Lebensraums sind dornige Hecken wie Schlehen, Wildrosen und Brombeeren. Dort brütet er und an den Dornen spießt er auch seine Beute auf: Käfer, Hummeln und andere Großinsekten. Das Gelege aus vier bis sieben Eiern wird allein vom Weibchen 14 bis 16 Tage lang bebrütet. Nach weiteren 15 Tagen sind die Jungvögel flügge, werden aber weiter mit Nahrung versorgt. Das Gelege des Neuntöters wird gerne vom Kuckuck für seine Zwecke missbraucht. Normalerweise kommt es nur zu einer Brut im Jahr (Mai / Juni).

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Mai: Das Moderlieschen

bewohnt pflanzenreiche kleinere Gewässer wie Tümpel, Teiche, Torfkuhlen, Baggerseen und sumpfige Gräben. Leider verschwinden solche Gewässer immer mehr. In Schwärmen lebt es nahe der Oberfläche zwischen den Pflanzen im Uferbereich. Es wird selten mehr als zehn Zentimeter groß. Zur Laichzeit klebt das Weibchen seine Eier an Wasserpflanzen. Das Männchen bewacht das Gelege und versorgt es durch Flossenbewegungen mit Frischwasser. Außerdem streicht es mit dem Körper über die Eier. Der dadurch übertragene Hautschleim verhindert einen Befall mit Pilzen und Bakterien. Die klebrigen Eier bleiben leicht an den Beinen von Wasservögeln hängen und werden dann per Luftfracht in neue Gewässer gebracht. Daher kommt auch der Name „Moderlieschen“. Er leitet sich von „mutterlos“ ab, da man sich das plötzliche Auftreten vieler Moderlieschen ohne vorheriges Vorkommen von Elterntieren nicht erklären konnte.

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Das Moderlieschen ZeichnungDownload 

Juni: Die Wiesenweihe

ist die kleinste der drei in Bayern vorkommenden Weihenarten. Weihen sind Zugvögel und Bodenbrüter. Ihre Küken sind Nesthocker, was für Bodenbrüter ungewöhnlich ist. Die Wiesenweihe brütet einmal pro Jahr und legt drei bis fünf Eier, die vom Weibchen 30 Tage lang bebrütet werden. Dabei wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Diese besteht aus Kleinvögeln, Kleinsäugern, Fröschen, Eidechsen und Großinsekten. Im Flug sind Weihen gut zu erkennen, da sie in geringer Höhe die Bodenfläche mit nach unten gerichteten Augen langsam und schaukelnd abfliegen. Heute versucht man ihre Horste zu schützen, sonst wären die Gelege und Jungvögel durch die landwirtschaftliche Bearbeitung von Wiesen und Feldern gefährdet.

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Die Wiesenweihe ZeichnungDownload 

Juli: Das Wildschwein

gehört zu den Wildtieren mit besonderer Lernfähigkeit. Wildschweine finden sehr schnell heraus, wo ihnen keine Gefahr droht. Dieses „Wissen“ eignen sich die Frischlinge während der Führung durch die Bache an. Das männliche Tier wird als Keiler bezeichnet. Bietet der Lebensraum den Wildschweinen auch ausreichend Nahrung, so wird er von ihnen genutzt und besiedelt. Heute können wir zunehmend beobachten, dass Wildschweine nicht nur in Wald und Feld vorkommen, sondern sich auch Gärten an Siedlungsrändern, ja sogar Hausgärten und Parkanlagen in Städten als Lebensraum erobern. Da die Tiere Allesfresser sind, werden auch Abfallkörbe an Wegen, Komposthaufen in Gärten oder Mülltonnen vor Häusern auf „Fressbares“ untersucht.

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Schwarzwild Arbeitsblatt 1 und LösungDownload 
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Das Wildschwein ZeichnungDownload 

August: Der Iltis

lebt als Einzelgänger in offener Landschaft mit kleinen Waldstücken und Gebüsch, auf Wiesen und Feldern und in der Nähe menschlicher Siedlungen. Große, geschlossene Waldungen meidet er. Häufig ist er in Gewässernähe anzutreffen. Den Tag verschläft er in einem Versteck. In der Dämmerung und nachts ist er auf der Suche nach Beute. Junghasen, Kaninchen, kleine Nager, Schlangen, Frösche, Insekten und bodenbrütende Vögel gehören zu seiner Nahrung. Bemerkenswert ist, dass er nicht auf Bäume klettert. Sein Gesicht ist auffällig gezeichnet, die Ohren sind weiß umrandet. Aus seiner Analdrüse kann er zur Reviermarkierung und zur Selbstverteidigung ein übel riechendes Sekret absondern.

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Der Iltis ZeichnungDownload 

September: Die Karausche

lebt gesellig, meist in kleineren stehenden, warmen und pflanzenreichen Gewässern. Sie ist eine ausgesprochen widerstandsfähige Art. So übersteht sie ein Trockenfallen des Gewässers ebenso wie ein Durchfrieren im Winter. Hierzu gräbt sie sich in den schlammigen Boden ein und durch Alkohol im Blut kann sie Minustemperaturen überleben. Ihr Körperbau ist gedrungen und hochrückig. Der Kopf ist relativ klein mit schräg nach oben gerichtetem Maul ohne Barteln. Das Schuppenkleid ist gelbbraun mit Messingglanz. Sie zählt zu den kleinwüchsigen Weißfischen und wird abhängig vom Gewässer durchschnittlich 15 bis 25 Zentimeter groß. Ihr eigentlicher Lebensraum sind isolierte Auegewässer. Durch den Verlust dieses Lebensraums und vor allem durch die massive Ausbreitung des Giebels gilt die Karausche als gefährdete Art. Da beide Fischarten sich sehr ähnlich sehen, bleibt der Verlust der Karausche ganz oft unbemerkt.

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Oktober: Der Feldhamster

ist in Bayern schon immer nur in wärmeren Regionen vorgekommen. Er wurde aus wirtschaftlichen Gründen besonders in der Landwirtschaft intensiv verfolgt. Er fraß Felder kahl und legte sich große Wintervorräte an. Für Landwirte bedeutete das einen großen Ernteverlust auf „hamsterfreundlichen“ Feldflächen. Feldhamster konnten sich sehr stark vermehren und wurden zur Plage. Staatlich verordnete Bekämpfung war die Folge. Zusätzlich wurden von landwirtschaftlichen Organisationen Fangprämien bezahlt. Etwa ab dem Jahr 1975 begann ein dramatischer Zusammenbruch des Bestands. Landwirtschaftliche Veränderungen dürften dafür verantwortlich gewesen sein. Der heute streng geschützte Feldhamster hat in winzigen Restbeständen leider nur noch in Nordbayern überlebt.

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November: Der Aitel

ist ein anpassungsfähiger Fisch und deshalb auch nicht gefährdet. Er lebt in den meisten Gewässertypen und frisst fast alles. In der Feldflur ist er in Kleingewässern wie etwa Entwässerungsgräben anzutreffen. Sein bevorzugter Lebensraum sind aber sommerwarme, langsam fließende oder stehende Gewässer. In der Jugend lebt er gesellig und ernährt sich überwiegend von Kleinlebewesen. Im Alter hält er sich als Einzelgänger im Freiwasser auf und frisst mehr tierische Nahrung wie Insektenlarven, Schnecken und Würmer, aber auch Beeren und Kirschen. Wegen seiner breiten Stirn wird er auch „Dickkopf“ genannt. Die großen Schuppen sind dunkel umrandet und haben ein charakteristisches Netzmuster. Unter Anglern ist bekannt, dass Aitel gut mit Früchten zu fangen sind. Da er nicht selten eine Länge bis 60 Zentimeter und ein Gewicht über drei Kilogramm erreicht, gehört er zu den großwüchsigen Weißfischen.

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Dezember: Der Feldhase

dürfte unser bekanntestes Wildtier überhaupt sein. Feld und Wald sind sein Lebensraum. Er ist das kleinste Säugetier, das hiesige Winter überleben kann, ohne in Höhlen Schutz vor der Kälte suchen zu müssen. Dabei helfen ihm sein feines, dichtes Haar und seine Gewohnheit, sich zum Ruhen in windgeschützte „Sassen“,
das sind Bodenmulden, zu drücken. Dort ist er gut getarnt durch seine feldbraune Farbe. Im Winter lässt er sich einschneien und wird so gut wie unsichtbar. Muss er trotzdem fliehen, so tut er dies in gewaltigen Sätzen, dass ihm kaum ein anderes Tier folgen kann. Wird es jedoch knapp, so schlägt er einfach einen „Haken“ und lässt seinen Verfolger an sich „vorbeischießen“.

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