Fischotterseminar

22. Januar 2022 @ 10:00 14:30

Der Fischotter breitet sich in Bayern stetig aus und stellt die Fischerei weiterhin vor neue Herausforderungen. Zudem sind die Fischbestände in den bayerischen Seen und Flüssen bereits durch die anthropogenen Einflüsse vielerorts stark beeinträchtigt. Ein Fraßdruck durch fischfressende Arten kann dem Bestand somit zusätzlich erheblich zusetzen. Der Landesfischereiverband Bayern nimmt sich schon seit längerem der Problematik an und bietet im Rahmen des Fischotterprojekts für seine Mitglieder ein Fischotterseminar an. Nach einer längeren pandemiebedingten Pause wird das Seminar nun Ende des Jahres wieder stattfinden (online). Es wird regierungsbezirksübergreifend angeboten und ermöglich somit einen überregionalen Austausch. Es dient dazu, über den Fischotter, die Nachweismöglichkeiten und die aktuellen Entwicklungen im bayerischen Fischottermanagement zu informieren. Den genauen Inhalt des Seminars entnehmen Sie bitte dem Programm.

Das Seminar wird als Online Seminar (WebEx) angeboten. Der praktische Teil muss somit leider ausfallen, aber er wird voraussichtlich durch zahlreiche Videos und Fotos ersetzt.

Bitte melden Sie sich bis zum 19. Januar 2022 verbindlich an.

Anmeldungen richten Sie bitte mit Angabe des zugehörigen Fischereivereins direkt an Alexandra Haydn (Tel. 089-64272647 oder E-Mail alexandra.haydn@lfvbayern.de).

Nach Ablauf der jeweiligen Anmeldefrist wird der Teilnahmelink versendet.

Es bedarf keiner vorherigen Installation des Programms, sondern es kann direkt über den Internetbrowser teilgenommen werden.

Landesfischereiverband Bayern

0896427260

www.lfvbayern.de

Online-Seminar

Im Osten nichts Neues: Droht jetzt auch westbayerischen Teichwirtschaften das Aus durch den Fischotter?

Unseren Teichwirten geht vor allem im Osten Bayerns die Luft aus: Die Fischotterschäden an ihren Fischbeständen steigen immer weiter. Ohne funktionierendes Otter-Management müssen viele Züchter aufgeben, meist Familienbetriebe mit nachhaltiger Regionalvermarktung.

Es sind grausige Bilder, die sich in der Fischzucht Mauka des Landesfischereiverbands in Neufahrn vor den Toren der Landeshauptstadt bieten: 1.189 junge Bachforellen wurden in nur einer Nacht vom Fischotter getötet. 54 Fische starben durch Bisse (siehe Foto), der Rest erlag dem Jagdstress. Alles Fische, die zur Stärkung der Bestände gefährdeter Fischarten ausgewildert werden sollten. Die Fischotter fressen dabei beileibe nicht alle Fische auf. Oft verfallen sie in den Teichen in eine Art Fischrausch und töten wahllos alle Fische, die sie erwischen. Fische die dem Räuber entkommen konnten erliegen meist dem Stress der Jagd und ihrer Überanstrengung. Die blutige Nacht in der Fischzucht Mauka steht exemplarisch für viele Teichwirtschaften in Bayern.

„Fischotterschäden in Höhe von 1,1 Millionen Euro wurden im Jahr 2019 laut Bayerischem Landwirtschaftsministerium gemeldet – nur zum Teil werden sie aus dem Fischotterfonds ersetzt“, kommentiert Prof. Dr-Ing. Albert Göttle, Präsident des Landesfischereiverbands Bayern. „Viele Fischzuchten sind deshalb in ihrer Existenz bedroht. Denn nicht nur gehen Fische für den Verkauf verloren. Viel dramatischer ist es, wenn die Laichfische getötet werden. Sie sind die Grundlage für die Zucht der kommenden Jahre und ihr Wert lässt sich kaum beziffern, geschweige denn durch Geld ersetzen.“

Entnahme endlich ermöglichen

„Der uneingeschränkte Schutz des Fischotters stellt die traditionellen bayerischen Teichwirtschaften vor große Probleme“, erklärt Alfred Stier, Vizepräsident des Landesfischereiverbands Bayern und selbst Teichwirt. „Wir fordern deshalb dringend ein funktionierendes Fischottermanagement und die Umsetzung der vom Landtag beschlossenen vierten Säule. Sie sieht die Erprobung des Abschusses von Fischottern in Teichanlagen vor. Sonst werden Teiche aufgegeben und wertvolle Biotopflächen für die Artenvielfalt gehen verloren. Aufgelassene Teich würden zu Maisackern – rentabel aber ökologisch wertlos.“ Ein geplantes Pilotprojekt in der Oberpfalz liegt derzeit allerdings wegen einer Klage auf Eis. Besonders ärgerlich: Der für Juni geplante Verhandlungstermin wurde bis auf Weiteres verschoben.

Zäune helfen kaum

Der Fischotter findet in den Fischzuchten einen reich gedeckten Tisch. So vermehrt sich das Tier rasch – ein Problem auch für die freien Gewässer, die dem Fraßdruck eines untypisch hohen Fischotterbestands ausgesetzt sind. Die ohnehin schon stark gefährdeten Fischbestände einiger Arten, wie Huchen, Nase oder Äsche, drohen regional zusammenzubrechen. Zäune könnten helfen, doch ist eine großräumige Einzäunung ist in vielen Teichwirtschaften schlicht nicht machbar.

Dies belegt auch eine aktuelle Studie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Nur massive Elektrozäune halten den Marder ab. Sie sind jedoch trotz Förderung meist unwirtschaftlich. Gerade bei größeren Teichen mit langer Uferlinie, reicht eine Fischergeneration nicht aus, um die enormen Kosten wieder zu erwirtschaften. Zäune unterliegen zudem dem Baurecht und bei einer Vielzahl der naturnah bewirtschafteten Karpfenteiche dürfen sie aus Naturschutzgründen gar nicht gebaut werden. Sie würden auch andere gefährdete Tierarten an der Wanderung hindern oder durch Stromschläge schädigen.

Immer mehr Fischotter in Bayern

Der Fischotterbestand in Bayern ist enorm gewachsen: Galt das Tier noch vor einigen Jahren als nahezu ausgerottet, ist heute in einigen Regionen bereits der gute Erhaltungszustand erreicht (vgl. Bayerischer FFH-Bericht 2013). Insbesondere in Ostbayern finden sich längst überproportional große Bestände, begünstigt durch die Nahrungsquelle Teichwirtschaft. Auch aus Südbayern melden immer mehr Fischer Ottersichtungen und vom Fischotter verletzte Fische. Allerdings fehlt es in Bayern an einem flächendeckenden Monitoring – ein schweres Manko für ein vernünftiges Fischottermanagement.

„Die Fischzuchten in Bayern sind für die Hege der freien Gewässer von besonderer Bedeutung. Sie züchten unter anderem seltene und gefährdete Fischarten, ohne die die Artenhilfsprogramme des Landesfischereiverbands unmöglich wären. Ohne diese Besatzfische würden Flüsse und Seen weiter verarmen“, erläutert Willi Ruff, Vizepräsident für die Angelfischerei im Landesfischereiverband Bayern. „Es ist zu befürchten, dass die starke Ausbreitung des Fischotters auch die natürliche Reproduktion massiv behindert. Die für den Arterhalt in der freien Natur wertvollen, großen Laichfische passen leider genau in das Beuteschema des Fischotters. Beobachtungen an Wanderhilfen und Laichplätzen belegen dies. Es zeigt sich erneut: Einseitiger Tierschutz geht immer zu Lasten der Artenvielfalt!“

 

Ergänzende Informationen

Alle wichtigen Fragen und Antworten rund um den Fischotter und die Fischerei in Bayern finden Sie hier.

Sammlung und genetische Analyse von Fischotterlosungen an 12 Querbauwerken bzw. Fischaufstiegsanlagen in Bayern

Durch die zunehmende Entwicklung der Fischotterbestände in den letzten Jahren mehren sich die Konflikte zwischen der fischfressenden Wildtierart und den fischereiwirtschaftlichen Interessen der Menschen. Es sind jedoch nicht nur die fischereiwirtschaftlichen Interessen die eine fundierte Datengrundlage zum Fischotter notwendig machen. Auch aus naturschutzfachlicher Sicht, stellt sich die Frage, ob es zu Zielartenkonflikten kommen kann. Durch sein opportunistisches Jagdverhalten stehen zahlreiche Tierarten u.a. auch geschützte Arten im Sinne des BNatSchG auf dem Speiseplan des Fischotters. Einige bedrohte Fischarten konzentrieren sich je nach Lebenszyklus oder Jahreszeit an künstlichen Engstellen (z.B. Fischaufstiegsanlagen) oder stauen sich an Wanderbarrieren (z.B. Wehre), so dass diese dort für den Otter und andere Prädatoren auf dem „Präsentierteller“ liegen.
Da der Bestand bedrohter Fischarten mangels Gewässervernetzung, meist in Kombination mit einer entsprechenden Strukturarmmut, räumlich isoliert und individuenmäßig ohnehin stark reduziert ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Fischkonzentrationen an solchen „Bottlenecks“ in Kombination mit sehr günstigen Jagdbedingungen für den Otter einen Einfluss auf die Stabilität der Fischpopulation haben.

Ziel des Auftrags
Das systematische Sammeln und die genetische Analyse von Fischotterlosungen sollen Aufschluss über die Fischotterdichte, Geschlechterverteilung, Verwandtschaftsverhältnisse, Verbreitung sowie Nahrungszusammensetzung geben. Diese Daten dienen als Grundlage für weiterführende Fragestellungen und Diskussionen, die den Einfluss des Fischotters auf die Fischbestände in Fließgewässern behandeln.

Nähere Angaben zu Art und Umfang der zu erbringenden Leistungen finden Sie in beigefügtem Leistungsverzeichnis:

Leistungsverzeichnis Ausschreibung Projekt Fischotterlosung

Sollten Sie Interesse an der Durchführung des Auftrags haben, bitten wir Sie um ein schriftliches
Kosten-Angebot bis zum 11.05.2021, vorzugsweise per E-Mail an poststelle@lfvbayern.de mit dem Betreff „Ausschreibung PJ317- Fischotter 2021“ oder postalisch an

Landesfischereiverband Bayern e.V.
z.Hd. Alexandra Haydn
Mittenheimer Str. 4
85764 Oberschleißheim

Sollten Sie noch Fragen oder Anregungen zur Durchführung des Auftrages haben, können Sie sich gerne jederzeit an mich wenden.

Fischotter – Rückkehrer mit Problempotenzial

Fischbestände und Teichwirtschaft in Bayern sind durch den Fischotter bedroht

Der Fischotter wurde zu Deutschlands Tier des Jahres ernannt. So erfreulich die Wiederansiedlung des fast ausgerotteten Wasser-Marders in Bayern aus Sicht vieler Naturschützer ist, so problematisch ist sie für zahlreiche hoch gefährdete Fischarten, Amphibien sowie die Teichwirtschaft.

Huchen, Nase, Äsche und zahlreiche weitere Fischarten in Bayern sind stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Die zunehmende Verbreitung des Fischotters belastet Vorkommen und Verbreitung der heimischen Fische. Gerade jetzt im Winter leiden sie unter dem zunehmenden Fraßdruck durch den Fischotter.

Fischotter haben vom Frühjahr bis zum Herbst in den Teichen der Fischzüchter einen reich gedeckten Tisch gefunden. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm und belastet die Teichwirte durch hohe Produktionsverluste (1,1 Millionen Euro gemeldete Schäden im Jahr 2019 laut Bayerischem Landwirtschaftsministerium) und Zusatzkosten für Schutzmaßnahmen.

Gleichzeitig führt das große Futterangebot zu einem überproportionalen Wachstum der Fischotterbestände. Jetzt im Winter sind die meisten Teiche leer oder zugefroren und die Otter suchen in den freien Fließgewässern nach Nahrung – allerdings in einer nicht naturverträglichen Zahl. Das Gleichgewicht ist nachhaltig gestört und die Schäden an den Fischbeständen sind enorm.

„Die Wahl des Fischotters zum Tier des Jahres muss für alle Seiten der Aufruf zu einer ehrlicheren und ergebnisoffenen Diskussion sein“, fordert Prof. Albert Göttle, Präsident des Landesfischereiverbands Bayern. „Artenschutz darf eben nicht an der Wasseroberfläche enden. Wer die Ausbreitung des Fischotters will, muss sich bewusst sein, dass dies zu Lasten anderer geschützter Arten geht, vor allem der Fische. In der Natur sind alle Arten gleichwertig, die einseitige Konzentration auf symbolisch aufgeladene Tiere ist ein Irrweg und bringt die Artenvielfalt nicht gesamtheitlich weiter.“

LFV Vizepräsident für die Berufsfischerei Alfred Stier berichtet als betroffener Teichwirt: „Regional und nachhaltig Fischprodukte erzeugen und gleichzeitig aus Naturschutzgründen alle Prädatoren wie den Otter ungehindert wirken lassen, solches Wunschdenken geht selbst an Weihnachten nicht in Erfüllung. Den Otter stehen unsere bayerischen Familienbetriebe ohne Entnahmemöglichkeiten nicht durch.“

Weiterlesen: Hintergrundinformationen zum Fischotter und seinem Einfluss auf Fischbestände und Teichwirtschaft

Fischotter in Bayern

Mit dem Anwachsen der bayerischen Fischotterbestände steigen auch die Konflikte – insbesondere in der Fischerei. Fischotter richten nicht nur Schäden in Teichwirtschaften an, sondern können auch freie Gewässer beeinträchtigen. Um eine nachhaltige Bewirtschaftung der Teiche weiterhin zu ermöglichen, sucht die Politik nach Wegen, die Schäden in der Teichwirtschaft zu minimieren und auszugleichen. Wir haben als Hintergrundinformation für die Bewertung der Konfliktbereiche die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Fischotter in Bayern zusammengetragen.

Kurzzusammenfassung

  • In Bayern ist der gute Erhaltungszustand erreicht
  • 1,1 Mio. Euro Schaden in Teichwirtschaften (2019)
  • Zaunbau kostet ca. 500 Millionen Euro in Bayern
  • Entnahme muss erprobt werden

Bestandsentwicklung

Wie viele Fischotter gibt es in Bayern?

Für ganz Bayern liegt keine flächendeckende Zahl vor, doch für einzelne Gebiete wurden Bestandszahlen erhoben. Eine genetische Studie aus Niederbayern erfasste 117 Tiere in einem kleinen Gebiet nördlich der Donau (2010/2011). Untersuchungen der Landesanstalt für Landwirtschaft erfassten 32 Individuen in vier kleineren Teichgebieten in der Oberpfalz (2019).

Durch Untersuchungen des LFV Bayern an vier Fließgewässern in Bayern konnten 37 Individuen über ein Jahr (2018/2019) genetisch erfasst werden.

Die Anzahl der Fischottertotfunde in Bayern weist eine steigende Tendenz auf. In den letzten drei Jahren wurden bayernweit laut Landwirtschaftsministerium mehr als 140 tote Fischotter gefunden.

Wie verlässlich sind die Zahlen und wie werden sie erhoben?

Daten aus genetischen Analysen sind grundsätzlich verlässlich. Dabei werden Proben von Fischotterlosung untersucht und einzelnen Individuen zugeordnet. Das ermöglicht eine lokale Bestandseinschätzung. Diese auch vom LFV Bayern genutzte Methodik ist sehr kostenintensiv und fand daher bislang keine flächendeckende Anwendung.

Aufgrund der saisonalen Bewirtschaftung schwankt in den Teichgebieten die Fischpopulation im Jahresverlauf stark. Der Fischotter passt seinen Aktionsraum an die Nahrungsverfügbarkeit an: Je nach Saison gibt es unterschiedlich viele Fischotter in den bewirtschafteten Teichgebieten. Das erklärt Abweichungen zwischen im Sommer von Teichwirten beobachteten, via Wildkamera oder anhand von Fraßspuren festgestellten Fischottern und der im Winter durch genetische Studien ermittelten Anzahl.

Ist der gute Erhaltungszustand des Otters in Deutschland bzw. Bayern bereits erreicht?

Laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt wurde in Bayern der günstige Erhaltungszustand bereits 2013 erreicht (Bayerischer FFH- Bericht 2013). Für das gesamte Bundesgebiet ist der Erhaltungszustand dagegen ungünstig bis unzureichend. So steht es im Nationalen FFH Bericht 2019 des Bundesamts für Umwelt.

Leben Fischotter alleine oder im Verbund?

Fischotter sind revierbildende Einzelgänger, Fähen (Weibchen) leben mit den Jungtieren im Familienverbund.

Fischotter lebten vor der Entwicklung der Teichwirtschaft problemlos an Flüssen und Seen, warum geht das heute nicht mehr?

Schon historische Aufzeichnungen belegen oft schwere Schäden in der Teichwirtschaft. Deshalb wurde der Otter bis zur Ausrottung gejagt. Inzwischen erholt sich der unter Schutz gestellte Fischotterbestand, wodurch die Konflikte wieder zunehmen. Damit weder die Teichwirtschaft noch der Fischotter verschwinden, brauchen wir dringend ein funktionierendes Ausgleichssystem aus Prävention und Entnahme. Jedes Wildtier, auch der Fischotter, hat seine Daseinsberechtigung. In unserer Kulturlandschaft müssen jedoch Managementmaßnahmen möglich sein, um auch der Fischerei eine Existenz zu sichern.

Normalerweise regeln sich Wildtierbestände im Rahmen der Räuber-Beute-Beziehung. Das müsste doch beim Fischotter auch funktionieren?

Bewirtschaftete Teiche bieten dem Fischotter ein übernatürlich hohes Nahrungsangebot – analog zu Landwirtschaft und Schwarzwild. Das führt zu einer überproportionalen Entwicklung der Fischotter. Wenn die Teiche zur Abfischung ausgelassen werden, gehen die Fischotter in die freien Gewässer. Wie sich der Fraßdruck dort auswirkt, untersucht der Landesfischereiverband gerade.

 

Fischotter in Teichwirtschaft und freien Gewässern

Wieviel Fisch frisst ein Fischotter?

Ein Fischotter frisst täglich etwa 15 Prozent seines Körpergewichts, was circa 1-1,5 kg Fisch entspricht. Säugende Weibchen fressen mitunter auch mehr. Ein Individuum benötigt im Jahr mindestens 400-500 kg Nahrung, die zu etwa 95 Prozent aus Fisch besteht. Die restlichen Anteile im Nahrungsspektrum bestehen überwiegend aus Amphibien und Krebsen, aber auch Jungvögel und Muscheln.

Aufgrund ihres komplexen Stoffwechsels können Fischotter die tägliche Futtermenge nicht mit einer einzigen Mahlzeit aufnehmen, sondern in mehreren 300-400 g-Happen, verteilt über den Tag. Der Fischotter kann also einen großen Fisch nicht auf einmal fressen, sondern nur Teile seines Fangs. Für die nächste Mahlzeit wird ein neuer Fisch gefangen. Das erhöht den wirtschaftlichen Schaden deutlich.

Nicht einberechnet dabei sind die Fischmengen, die dem Otter durch Nahrungsdiebe wie Fuchs, Marder, Krähe und Co. Abspenstig gemacht werden, und die der Otter durch den Fang zusätzlicher Fische ausgleichen muss.

Verursachen Fischotter Schäden in freien Gewässern?

In freien Gewässern kann der Fraßdruck durch Fischotter Auswirkungen auf die dort lebenden Tierarten haben. Inwieweit sie die Fischfauna beeinträchtigen ist bisher noch nicht eindeutig nachgewiesen, wird aber derzeit vom Landesfischereiverband Bayern untersucht. Eine österreichische Studie (ezb) von 2020 untersuchte Flossenverletzungen von ausgewachsenen Huchen. Etwa die Hälfte der untersuchten Verletzungen sind höchstwahrscheinlich auf den Fischotter zurückzuführen. Diese Erkenntnis führt zu einem Zielkonflikt, denn der Schutz des Fischotters geht damit zu Lasten einer ebenfalls stark gefährdeten und geschützten Tierart.

Welche Schäden verursachen Fischotter in Teichen?

Es entstehen Fraßschäden (primäre Schäden) in den unterschiedlichsten Formen der Aquakultur. Betroffen sind Fische aller Altersklassen und Arten. Im Gegensatz zu den freien Gewässern, können Fische im Teich dem Otter nur bedingt entkommen. Durch Erschöpfung oder Stress bei der Flucht vor den einfallenden Prädatoren entstehen sekundäre Schäden bei den Fischen: Sie fressen dann weniger und sind anfälliger für Krankheiten, was wiederum zu Verlusten führt.

Wie hoch sind die Schäden in der Teichwirtschaft?

2019 wurden in Bayern 137 Schadensanträge mit einer Gesamtsumme von knapp 1,1 Millionen Euro gestellt. Ausgezahlt werden konnten nur knapp 750.000 Euro.

Welche Schäden stellen das größte Problem dar?

Schäden am Laichfischbestand haben eine fatale Auswirkung, denn Laichfische sind das Stammkapital einer Teichwirtschaft und das Ergebnis jahrelanger Zucht. Mit ihnen produzieren Teichwirte eigenen Fischnachwuchs oder Satzfische für die Weitervermarktung. Sie können bei Verlust in der Regel nicht durch Nachkauf ersetzt werden. Vielmehr müssen sie über mehrere Jahre selbst herangezogen oder auf andere Weise beschafft werden (z.B. Laichfischfang).

Wie ist die „Wertigkeit“ von Laichfischen einzuschätzen?

Der Wert eines einzelnen Laichfisches ist schwer ermittelbar. Bei in der Fischzucht gängigen Forellen ist der Wert in etwa mit dem 7-10-fachen eines Speisefisches anzusetzen. Bei Sonderarten wie Huchen, Stör oder Seeforelle, deren Aufzucht meist dem Artenschutz dient, ist der Wert quasi unbezahlbar.

Stellt ausschließlich der Fraß ein Problem dar?

Nein, vor allem im Winter weisen die Fische einen reduzierten Stoffwechsel auf und sind damit sehr stressanfällig. Scheucheffekte durch die Flucht vor jagenden Fischottern strapazieren die Tiere in der Winterung (bspw. Laichkarpfen) massiv. Durch die Beunruhigung können aufgrund  des eintretenden Energiemangels schwere Folgeschäden auftreten (sekundäre Fischverluste). Zudem werden verletzte Speisefische durch Otterschäden (tiefe Bissverletzungen usw.) vermarktungsunfähig.

Präventionsmaßnahmen

Gibt es ein Fischottermanagement?

Seit 2016 wird in Bayern ein Fischottermanagementplan umgesetzt. Dieser umfasst in der bisherigen Fassung drei Säulen (Beratung, Prävention und Entschädigung). Auf Beschluss des Landtags soll die Entnahme von Fischottern im Bereich der Teichwirtschaft als 4. Säule im Fischottermanagementplan etabliert werden.

Warum zäunt man die Teiche nicht einfach ab?

Die Wirksamkeit von Zäunen hängt sehr stark von der Konstruktion. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen Fest- und Elektrozaun. Bei großen Teichen ist der Bau von Zäunen meist nicht wirtschaftlich und häufig aus naturschutzfachlichen Gründen nicht genehmigungsfähig.  Zudem verhindern oft Hochwasserschutz, Topographie oder Eigentumsverhältnisse den Zaunbau. Großflächige Einzäunungen würden andere Tiere (vor allem Vögel und Amphibien) stark beeinträchtigen. Nicht zuletzt bringen Zäune eine starke Einschränkung bei der Bewirtschaftung der Teiche mit sich.

Was kostet der Zaunbau?

Die Kosten für den Zaunbau sind enorm und sind trotz bestehender Fördermöglichkeiten (max. 50% Zaunbauförderung) gerade an größeren Teichen betriebswirtschaftlich nicht umsetzbar. Fest verbaute Abwehrzäune kosten im Durchschnitt 75 Euro pro laufendem Meter. Teiche mit einem Hektar Größe haben etwa 400 Meter Uferlänge. Die Umzäunung eines 1-Hektar-Teichs kostet somit im Schnitt 30.000 Euro. In Bayern gibt es etwa 50.000 Teiche mit einer Durchschnittsgröße von 0,5 – 1 ha. Knapp 20.000 Hektar Teiche werden bewirtschaftet. Somit würden bei einer Umzäunung all dieser Teiche Kosten in Höhe von mindestens 500 Millionen Euro entstehen.

Entschädigungsprogramme

Teichwirte bekommen Entschädigung für Fischotterschäden. Das sollte die wirtschaftlichen Probleme doch lösen?

Teichwirte können Entschädigungszahlungen nur unter bestimmten Kriterien beantragen (z.B. Mindestteichfläche von 0,5 Hektar). Die Entschädigungsquote beträgt zudem nur 60 bis max. 80 % der realen Schadenssumme. Auch Präventionsmaßnahmen werden nur anteilig gefördert und der Mehraufwand beispielsweise für das Ausmähen der Zäune nicht. Eine wirtschaftliche und zukunftsfähige Produktion nachhaltiger, regionaler Produkte ist so auf Dauer kaum möglich – betroffen sind in Bayern überwiegend Familienbetriebe mit langer Tradition.

Fischotterentnahme

Warum gibt es das Pilotprojekt zum Abschuss von Fischottern?

Das Projekt basiert auf einem Beschluss des bayerischen Landtags von 2018. Die Abgeordneten wollen die Frage geklärt wissen, ob die Entnahme einzelner Tiere zu geringeren Schäden in den betroffenen Teichgebieten führt. Kommt die Untersuchung zu einem positiven Ergebnis, soll die Entnahme als 4. Säule des Fischottermanagements festgeschrieben werden.

Der Landtag beauftragte die Regierung der Oberpfalz gemeinsam mit der Landesanstalt für Landwirtschaft im Rahmen des Projekts mit der fachlichen Begleitung des Entnahmeprozesses, dem Monitoring und der Evaluierung, der Unterstützung des Genehmigungsverfahrens sowie der Implementierung der Fischotterentnahme als 4. Säule in den Managementplan.

Wie viele Fischotter sollen im Rahmen des Pilotprojekts entnommen werden?

In drei Landkreisen in der Oberpfalz sollen maximal sechs männliche Individuen bis Ende 2020 entnommen werden. Diese Zahl ist sehr gering, betrachtet man die 31 im Jahr 2018 im Straßenverkehr getöteten Otter in der Oberpfalz.

Gibt es ein begleitendes Monitoring?

Die Landesanstalt für Landwirtschaft plant ein begleitendes Monitoring zur Otterentnahme. Da eine Klage die Entnahme momentan blockiert, wird das für das bayerische Fischottermanagement wichtige Monitoring derzeit nicht durchgeführt.

Ist Bayern Vorreiter oder gibt es in anderen Ländern bereits Entnahmeregelungen?

In Österreich werden in einigen Bundesländern seit 2017 Fischotter entnommen. In Deutschland gibt es bislang keine Fischotterentnahmen.

 

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Fischotter-Seminar Unterfranken

Der Fischotter breitet sich in Bayern wieder aus. Der Landesfischereiverband will in einem breit angelegten Projekt das Verbreitungsgebiet des Marders kartieren. Dazu sind wir auf die Unterstützung der Vereine angewiesen. In diesem Seminar vermitteln wir die Grundlagen der Biologie, der Spurensuche und verschiedener Monitoring-Methoden.

Bitte melden Sie sich verbindlich bis zum 7. Januar 2019 bei Frau Michaela Thiel an (michaela.thiel@lfvbayern.de; 089/64272648). Programmdetails und weitere Termine für die anderen Bezirke finden Sie auf unserer Seite unter Veranstaltungen. Anmeldung nur für Mitglieder des LFV möglich.

Fischotter-Seminar Mittelfranken

Der Fischotter breitet sich in Bayern wieder aus. Der Landesfischereiverband will in einem breit angelegten Projekt das Verbreitungsgebiet des Marders kartieren. Dazu sind wir auf die Unterstützung der Vereine angewiesen. In diesem Seminar vermitteln wir die Grundlagen der Biologie, der Spurensuche und verschiedener Monitoring-Methoden.

Bitte melden Sie sich verbindlich bis zum 11. November 2018 bei Frau Michaela Thiel an (michaela.thiel@lfvbayern.de; 089/64272648). Programmdetails und weitere Termine für die anderen Bezirke finden Sie auf unserer Seite unter Veranstlatungen. Anmeldung nur für Mitglieder des LFV möglich.

Fischotter-Seminar Schwaben

Der Fischotter breitet sich in Bayern wieder aus. Der Landesfischereiverband will in einem breit angelegten Projekt das Verbreitungsgebiet des Marders kartieren. Dazu sind wir auf die Unterstützung der Vereine angewiesen. In diesem Seminar vermitteln wir die Grundlagen der Biologie, der Spurensuche und verschiedener Monitoring-Methoden.

Bitte melden Sie sich verbindlich bis zum 31.Oktober 2018 bei Frau Michaela Thiel an (michaela.thiel@lfvbayern.de; 089/64272648). Programmdetails sowie die Termine für die Bezirke Mittelfranken und Unterfranken finden Sie auf www.lfvbayern.de unter der Rubrik Schützen. Anmeldung nur für Mitglieder des LFV möglich.

Fischotter-Seminar Niederbayern

Der Fischotter breitet sich in Bayern wieder aus. Der Landesfischereiverband will in einem breit angelegten Projekt das Verbreitungsgebiet des Marders kartieren. Dazu sind wir auf die Unterstützung der Vereine angewiesen. In diesem Seminar vermitteln wir die Grundlagen der Biologie, der Spurensuche und verschiedener Monitoring-Methoden.

Hier finden Sie das Seminarprogramm

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Bitte melden Sie sich verbindlich bis zum 30. April bei Michaela Thiel vom Landesfischereiverband Bayern an (michaela.thiel@lfvbayern.de; 089/64272648). Anmeldung nur für Mitglieder des LFV möglich.

Symposium: Fischprädatoren im Alpenraum

Artenvielfalt – unter und über Wasser

Experten diskutieren effiziente Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Fischarten vor überhandnehmenden, fischfressenden Jägern im Alpenraum

77 Prozent aller Flussfischarten Bayerns stehen auf der Roten Liste und gelten als gefährdet. Die Fischbestände leiden unter der Wasserkraft und dem Einfluss der Landwirtschaft. Doch auch Kormoran, Gänsesäger und Fischotter tragen wesentlich zu den Problemen bei. Ihre Bestände sind im Gegensatz zu denen der Fische heute z.B. in Bayern nicht mehr gefährdet, teilweise sogar größer als je zuvor.

Die Länder des Alpenraums gehen unterschiedlich mit diesen fischereilichen Herausforderungen um. Die Prädatoren unterliegen teils dem Naturschutzrecht, teils dem Jagdrecht. Das hat Auswirkungen auf die Eingriffsmöglichkeiten. In Bayern darf der Kormoran im Gegensatz zu Südtirol und Slowenien ohne zahlenmäßige Begrenzung mit Abschüssen vergrämt werden. In zwei Bundesländern Österreichs darf der Fischotter bereits entnommen werden.

„Unseren Fischen geht es aus vielen Gründen schlecht. Mit dem Ansteigen der Populationen der fischjagenden Tiere erhöht sich der Druck auf die schwachen Bestände zusätzlich und das Gleichgewicht der Arten gerät aus den Fugen“, so Dr. Sebastian Hanfland, Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der Fischereiverbände der Alpenländer (ARGEFA) und Geschäftsführer des Landesfischereiverbands Bayern. „In der vom Mensch geprägten Kulturlandschaft kann es sich nicht von selbst wieder einpendeln. Deshalb müssen wir über die Wege diskutieren, wie wir zu einem Ausgleich zwischen den Tierarten gelangen.“

Um der Frage nachzugehen, was wir in Europa voneinander lernen können und welche regionalen Besonderheiten eine Rolle spielen, veranstaltet die ARGEFA ein öffentliches Fachsymposium im Rahmen der Erlebniswelt Fliegenfischen 2018.

In Fürstenfeldbruck treffen sich internationale Experten zu Fachvorträgen und anschließender Podiumsdiskussion mit Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet.

 

Eintritt zur Veranstaltung frei (Zugang über separaten Eingang); Eintritt zur Messe EWF € 14,00 (2-Tageskarte € 25,00); Kinder/Jugendliche unter 15 Jahren frei

 

Große Fischotter-Umfrage

Der Landesfischereiverband Bayern führt im Rahmen des Projektes Fischotter eine Umfrage innerhalb der Fischerei durch. Dazu wurde ein Fragebogen erarbeitet, welcher sowohl in Papierform als auch online ausfüllbar ist. Der Fragebogen dient vor allem dazu, mehr Informationen zur aktuellen Verbreitung des Fischotters in Bayern zu erhalten. Eine Teilnahme an dieser Umfrage ist für uns von großem Wert und hilft uns eine bessere Datengrundlage zu schaffen. Ihre Daten werden vertraulich behandelt, eine Angabe zum Fischottervorkommen erfolgt allenfalls Landkreis-scharf.

Zur Online-Umfrage gelangen Sie hier.

Sie können den Fragebogen auch hier herunterladen und uns zurücksenden:

  • per Fax an 089/64 27 26-66
  • per E-Mail an michaela.thiel@lfvbayern.de zurücksenden
  • per Post an LFV Bayern e.V., Mittenheimer Straße 4, 85764 Oberschleißheim

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Fischotter-Seminar Oberfranken

Der Fischotter breitet sich in Bayern wieder aus. Der Landesfischereiverband will in einem breit angelegten Projekt das Verbreitungsgebiet des Marders kartieren. Dazu sind wir auf die Unterstützung der Vereine angewiesen. In diesem Seminar vermitteln wir die Grundlagen der Biologie, der Spurensuche und verschiedener Monitoring-Methoden.

Hier finden Sie das Seminarprogramm

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Bitte melden Sie sich verbindlich bis zum 15. März bei Michaela Thiel vom Landesfischereiverband Bayern an (michaela.thiel@lfvbayern.de; 089/64272648). Anmeldung nur für Mitglieder des LFV möglich.

Wechselwirkung zwischen Fischotter und Fischbeständen

Der Landesfischereiverband Bayern e.V. setzt sich als anerkannter Naturschutzverband bayernweit für gefährdete Fischarten sowie den Erhalt eines intakten aquatischen Ökosystems ein. Seit der Wiederausbreitung des Fischotters entlang der Ostgrenze Bayerns sowie gen Westen mehren sich die Konflikte zwischen der fischfressenden Wildtierart und den fischereiwirtschaftlichen Interessen des Menschen.

Es sind jedoch nicht nur die fischereiwirtschaftlichen Interessen die eine fundierte Datengrundlage zum Fischotter notwendig machen. Auch im Naturschutzsektor stellt sich die Frage, ob es zu Zielartenkonflikten mit anderen Schutzgütern kommt oder kommen kann. Durch sein opportunistisches Jagdverhalten stehen auf dem Speiseplan des nach FFH-Anhang II und IV geschützten Fischotters zahlreiche Tierarten. Darunter auch geschützte Tierarten, wie bspw. die nach FFH-Anhang II geschützten Arten Huchen oder Steinkrebs.

Derzeit kann der Einfluss auf die Fischbestände des Fließgewässers durch den Fraßdruck des Fischotters qualitativ wie quantitativ nicht belegt werden. Im Rahmen des Projektes sind die Wechselwirkungen zwischen Fischotter und den Fischbeständen zu evaluieren. Ziel des Auftrags ist es durch das systematische Sammeln und die genetische Analyse von Fischotterlosungen Aufschluss über die Fischotterdichte, die Geschlechterverteilung, die Verwandtschaftsverhältnisse, den Status (gebietsansässig, durchziehend) sowie die Nahrungszusammensetzung an vier Fließgewässern in Bayern zu erhalten.

Nähere Angaben zu Art und Umfang der zu erbringenden Leistungen finden Sie in beigefügtem Leistungsverzeichnis:

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Sollten Sie Interesse an der Durchführung des Auftrags haben, bitten wir Sie um ein schriftliches Kosten-Angebot bis zum 28.2.2018, vorzugsweise per E-Mail an poststelle@lfvbayern.de mit dem Betreff „Bewerbung PJ317-Fischbestandserhebungen“

oder postalisch an

Landesfischereiverband Bayern e.V.
z.Hd. Michaela Thiel
Mittenheimer Str. 4
85764 Oberschleißheim

Für Fragen oder Anregungen zur Durchführung des Auftrages, wenden Sie sich bitte an Ihren Ansprechpartner im Referat III (Fischerei, Gewässer- und Naturschutz):

Michaela Thiel
E-Mail: Michaela.thiel@lfvbayern.de
Tel: 089-64 27 26 48
Fax: 089-64 27 26 66

Fischbestandserhebungen und Lebensraumanalyse an vier Fließgewässern in Bayern

Der Landesfischereiverband Bayern e.V. setzt sich als anerkannter Naturschutzverband bayernweit für gefährdete Fischarten sowie den Erhalt eines intakten aquatischen Ökosystems ein. Seit der Wiederausbreitung des Fischotters entlang der Ostgrenze Bayerns sowie gen Westen mehren sich die Konflikte zwischen der fischfressenden Wildtierart und den fischereiwirtschaftlichen Interessen des Menschen.

Es sind jedoch nicht nur die fischereiwirtschaftlichen Interessen die eine fundierte Datengrundlage zum Fischotter notwendig machen. Auch im Naturschutzsektor stellt sich die Frage, ob es zu Zielartenkonflikten mit anderen Schutzgütern kommt oder kommen kann. Durch sein opportunistisches Jagdverhalten stehen auf dem Speiseplan des nach FFH-Anhang II und IV geschützten Fischotters zahlreiche Tierarten. Darunter auch geschützte Tierarten, wie bspw. die nach FFH-Anhang II geschützten Arten Huchen oder Steinkrebs.

Derzeit kann der Einfluss auf die Fischbestände des Fließgewässers durch den Fraßdruck des Fischotters qualitativ wie quantitativ nicht belegt werden. Im Rahmen des Projektes sind die Wechselwirkungen zwischen Fischotter und den Fischbeständen zu evaluieren. Ziel des Auftrags ist die Erhebung des Fischbestandes in quantitativer (Fischdichte, Biomasse) und qualitativer Hinsicht (Fischarten, Populationsaufbau). Zusätzlich soll ein Vergleich mit früher erhobenen Daten, unter Berücksichtigung der aktuellen gewässerökologischen und fischereiwirtschaftlichen Parameter aus der ‚Lebensraumanalyse‘ durchgeführt werden.

Nähere Angaben zu Art und Umfang der zu erbringenden Leistungen finden Sie in beigefügtem Leistungsverzeichnis:

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Sollten Sie Interesse an der Durchführung des Auftrags haben, bitten wir Sie um ein schriftliches Kosten-Angebot bis zum 28.2.2018, vorzugsweise per E-Mail an poststelle@lfvbayern.de mit dem Betreff „Bewerbung PJ317-Fischbestandserhebungen“

oder postalisch an

Landesfischereiverband Bayern e.V.
z.Hd. Michaela Thiel
Mittenheimer Str. 4
85764 Oberschleißheim

Für Fragen oder Anregungen zur Durchführung des Auftrages, wenden Sie sich bitte an Ihren Ansprechpartner im Referat III (Fischerei, Gewässer- und Naturschutz):

Michaela Thiel
E-Mail: Michaela.thiel@lfvbayern.de
Tel: 089-64 27 26 48
Fax: 089-64 27 26 66