Angeln verbieten? Freizeitangler und Naturschutz

Stellungnahme des Landessportfischerverbands Niedersachsen und des Landesfischereiverband Bayern

zum TV Beitrag auf 3Sat, 03. März 2016, 20.15 Uhr

 

Hannover und München, 03.03.2016.

 

Nachhaltiges Dorschangeln

 

Im Filmbeitrag wird über eine Überschreitung der deutschen Dorschquote durch Angelfänge berichtet. Diese Darstellung ist einseitig.

 

Richtig ist, dass die Angelfänge aktuell nicht in die Dorschquote einfließen. Aus unserer Sicht ist dies aber auch nicht zwingend notwendig. Mittlerweile sind die Dorschfänge durch Angler gut evaluiert und können bei den Bestandsschätzungen und daraus abgeleiteten Fangquoten für die Berufsfischerei berücksichtigt werden. Doch jeder mit der Angel gefangene Dorsch ist auch aus ökonomischen Gründen bedeutend.

 

Denn, allein aus den Häfen Heiligenhafen und Fehmarn starten jährlich rund 70.000 Angler eine Bootstour zum Dorschangeln. Diese Menschen bringen ihre Familien mit und verbringen rund um das Angeln einen Urlaub in der Region. Dadurch generieren Angler Millionenbeträge für die Wirtschaft vor Ort. Verglichen mit dem Fang eines Berufsfischers spült ein geangelter Dorsch ein Vielfaches an Geld in die kommunalen Kassen. Angler zahlen zudem in die Fischereiabgabe-­‐Töpfe, aus denen Schutzmaßnahmen refinanziert werden. So entsteht ein nachhaltiger Kreislauf mit hohem Nutzen für alle Beteiligten, inklusive der Dorschbestände!

 

Auch erreicht der Angler die von der Gesellschaft dringend geforderte Regionalisierung des Lebensmittels Fisch. Geangelte Dorsche werden zumeist direkt vor Ort verspeist. Frisch, gesund, lecker und mit hohem sozialem Wert. Natürlich muss der Großhandel mit Dorschen durch Berufsfischer versorgt werden. Das Angeln ist allerdings in jeder Hinsicht eine nachhaltige Methode des Fangens. Nicht umsonst werden geangelte Fische weltweit mit den höchsten Marktpreisen gehandelt. Selbst fischereikritische Naturschutzverbände wie Greenpeace bewerten geangelte Fische als besonders nachhaltig. Dies insbesondere auch aus ökologischen Gründen. Angler verursachen mit ihrer Fangtechnik bei intensiver Beangelung keine Schäden Lebensraumstrukturen. Weiterhin agiert der Angler sehr selektiv, und untermaßige Fische können problemlos zurückgesetzt werden, wie im Film eindrucksvoll belegt wird.

 

Zurücksetzen großer Dorsche sinnvoll

 

Richtigerweise stellt der Film fest, dass große Laichdorsche wertvoll für den Bestand sind und ein Zurücksetzen dieser Fische förderlich ist.

 

Für diese Empfehlung ist nach unserer Einschätzung aber nicht wie im Film behauptet mit großen Protesten der Anglerschaft zu rechnen! Weltweit ist das Zurücksetzen wertvoller großer Laichtiere gängige Praxis. Nur in Deutschland verweigert die Politik eine solche nachhaltige Vorgehensweise. Der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. (LSFV) fordert seit Jahren die Einführung eines sogenannten Entnahmefensters. Kleine aber auch besonders große Fische geeigneter Arten werden bei dieser Hegepraxis zurückgesetzt. Die Entnahme lastet nur auf den mittleren Größen. So werden nachweislich evolutionäre Veränderungen der Fischbestände durch Angler vermieden, eine Überfischung ist kaum möglich.

 

Der LFV Bayern tritt vehement für mehr Eigenverantwortung der Angler beim Zurücksetzen wichtiger Laichfische bedrohter Arten ein, auch wenn deren Gefährdungsgrad die ganzjährige Schonung noch nicht veranlasst und eine reduzierte Befischung noch rechtfertigt.

 

Wasserqualität der Ostsee verbessern

 

Wie im Filmbeitrag korrekt dargestellt leidet die Ostsee unter massiven Nährstoffeinträgen. Sauerstofffreie Meereszonen können die Folge sein.

 

Im Bericht zur Europäischen Meeresstrategie-­‐Rahmenrichtlinie werden Nährstoffeinträge als gravierendstes ökologisches Problem für die Ostsee genannt: „Die Eutrophierung ist spätestens seit den 1970er Jahren als eines der größten ökologischen Probleme der deutschen Ostsee bekannt. Aufgrund des geringen Wasseraustausches mit der Nordsee akkumulieren sich die eingetragenen Nährstoffe vor allem in den Sedimenten. (…) Alle bis auf einen der 2009 gemäß EU-­‐Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bewerteten Wasserkörper in den Küstengewässern verfehlen das WRRL-­‐Ziel, einen guten ökologischen Zustand zu erreichen. Hauptursache sind die Nährstoffeinträge aus dem Einzugsgebiet der Ostsee“. ( s.a. http://www.meeresschutz.info/sonstige-­‐berichte.html )

 

Driften bspw. die Eier von Dorschen in diese „toten“ Bereiche, so sterben sie ab, und die Vermehrung der Fische ist reduziert. Nur eine deutliche Reduzierung der Nährstoffeinträge, v.a. aus der Landwirtschaft, kann helfen, dass auch die folgenden Generationen die Ostsee noch als wertvolle Ressource für den Menschen erleben und nutzen können. Gerne unterstützen die Angler und ihre Verbände solche Bemühungen.

 

Aalbesatz ist sinnvoll

 

Die europäischen Aalbestände sind in einem schlechten Zustand, die Bestandsrückgänge sind offensichtlich. Nach wie vor stellen der Aal und auch die Fischerei auf den Aal ein norddeutsches Kulturgut dar. Angler sind als eine von vielen Nutzergruppen der Aalbestände außerordentlich um den Erhalt der Ressourcen und damit um den Fischartenschutz insgesamt bemüht.

 

Als Konsequenz aus den Bestandsrückgängen war jeder EU-­‐Mitgliedsstaat verpflichtet, einen Aalmanagementplan zu erstellen, dessen Umsetzung in Deutschland zu sehr großen Anteilen von den Anglern getragen und finanziert wird. Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden durch Mitgliedsvereine des LSFV rund 1,1 Mio. € in den Erhalt der norddeutschen Aalbestände durch Besatz investiert. Dies geschieht zu 50 % aus Eigenmitteln, sodass jeder einzelne niedersächsische Angler erhebliche Bargeldbeträge in den Erhalt der heimischen Aalbestände investiert hat. Die Vorgaben der EU zum Erhalt der Aalbestände könnten ohne die finanziellen Aufwendungen der Angler nicht erfüllt werden. Dies geschieht, obwohl die Angelei nur einen von vielen verschiedenen Einflüssen auf den Aal darstellt. Anders als andere Gewässernutzungen mit negativen Einflüssen auf die Aalbestände wie Wasserkraft, Gewässerunterhaltung, Gewässerverbauung und -vertiefung und Nebenerwerbsfischerei mit professionellem Fanggerät, sind die Angler und mit Abstrichen auch die organisierten Berufsfischer als einzige Nutzer tatsächlich um den Erhalt der Aalbestände bemüht und engagieren sich intensiv unter erheblicher Aufwendung von Eigenmitteln. Der für viele wandernde Gewässerlebewesen negative Einfluss des Fließgewässeraus-­‐ und verbaus in den 50er – 70er Jahren trug und trägt auch heute noch massiv zur desolaten Situation der Aalbestände bei.

 

Anders als im Film dargestellt, sind längst nicht alle Gewässer für Aalbesatz ungeeignet. So finden sich in Deutschland viele Gewässer, aus denen die laichreifen Aale erfolgreich zu ihren Laichgründen abwandern können. Ein Vielfaches mehr an besetzten Aalen könnte als laichreife Fische aus solchen Gewässern abwandern und sich natürlich vermehren, wenn die Durchgängigkeit der Fließgewässer nach Maßgabe der WRRL konsequent umgesetzt würde.

 

Es geht nicht nur um den Aal

 

Es sind die Angler und ihre Verbände, die sich seit jeher intensiv um die naturnahe Entwicklung unserer heimischen Gewässer bemühen. Die Stimme der Fische und Flüsse und damit auch der Aale wird über die Anglerschaft in die Öffentlichkeit getragen.

 

Ohne uns würden die deutschen Oberflächengewässer noch heute in einem deutlich schlechteren Zustand sein. Viele Fischwanderhilfen wären nicht gebaut, Huchen, Lachs und Meerforelle kein Bestandteil der heimischen Fauna mehr, viele Renaturierungen nicht ungesetzt und der Gewässerschutzgedanke gesellschaftlich nicht im heutigen Maße in der öffentlichen Meinung positiv verankert. Über den Fang oder den gesunden Verzehr von Aalen würde heute nicht mehr gestritten werden, denn die Ressource wäre bereits vernichtet.

 

Die Aktivitäten der Angler für den Aal sind nicht nur der eigenen Fangmotivation geschuldet, sondern dienen insbesondere auch der Stabilisierung heimischer Gewässerökosysteme. Immer mehr invasive Fischarten wie die Schwarzmundgrundel wandern ein und verdrängen zunehmend heimische Arten. Zum Schutz der heimischen Flora und Fauna ist ein Erhalt des natürlichen Arteninventars in unseren Gewässern zwingend erforderlich. Die Aalbesatzmaßnahmen tragen genau dazu bei.

 

Weiterhin ist insbesondere der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. intensiv in aktuellen Forschungsprojekten zur optimalen Ausführung der Aalangelei beteiligt. So auch in einer Praxiskomponente des im Filmbeitrag vorgestellten Forschungsprojekts zum Aal am Thünen-­‐Institut für Ostseefischerei in Rostock. Angler der LSFV-­‐Mitgliedsvereine testen die Praxistauglichkeit von möglichst aalschonenden Angelhaken und tragen damit nicht nur zum Wissenszuwachs bei, sondern sie engagieren sich freiwillig für solche Projekte. Durch diesen partizipativen Ansatz wird das weltweit neue Wissen unmittelbar in die Praxis transportiert. Das Verhalten unserer Angler ist damit absolut vorbildlich und einzigartig und erlaubt den Wissenstransfer von der Wissenschaft zur Praxis fast ohne Reibungs-­‐ und Zeitverlust. Dafür gebührt unseren Mitgliedern Lob. Der LFV Bayern hat als Handlungsanleitung für die Fischereivereine eine fundierte Besatzbroschüre erarbeitet, in denen die Grundsätze naturverträglicher und erfolgreicher Besatzmaßnahmen erläutert sind.

 

Weiterhin begrüßt der LSFV alle Bemühungen zur Vermehrung von Aalen in Aquakultur. Sollte dies in den nächsten Jahren gelingen, so wird sich die Bestandssituation der Aale signifikant verbessern können. Bis zu diesem Zeitpunkt sind es die Angler gewesen, die konstruktiv und engagiert gehandelt haben, um ein Aussterben dieser eng an unsere Lebenskultur gebundenen Art zu verhindern.

 

Anfüttern im Rahmen der guten fachlichen Praxis schadet nicht

 

Im Film wurde behauptet, dass Angler durch Anfüttern einen Nährstoffeintrag in die Gewässer verursachen. Tatsächlich nutzen von allen deutschen Anglern 48,5% gar kein Futter und die verbleibenden 51,5 % der deutschen Angler nutzen durchschnittlich 0,37 kg Futter pro Tag. Im Durchschnitt beträgt der Phosphoreintrag je Angler und Jahr 34 g. Der Nährstoffaustrag je Angler und Jahr dagegen beträgt durch Fischentnahme durchschnittlich 73 g Phosphor!

 

Diese Zahlen existieren auch für andere europäische Länder wie Portugal und Polen und widerlegen die Behauptungen im Film, dass Angler durch Anfutter den Gewässern Schaden zufügen.

 

Das Angeln ist nach unserem Wissen die einzige verbreitete Freizeitbeschäftigung, bei der den Gewässern Nährstoffe entzogen werden.

 

Das Fischereimanagement muss nur darauf achten, dass auch in Einzelfällen nicht übermäßig gefüttert wird. Genau dies leisten die Angelvereine bereits heute in vorbildlicher Weise. Die oft gewünschte Entnahme von Friedfischen wie Brasse und Rotauge in Gewässern mit hoher Nährstoffbelastung, wird durch moderates Anfüttern gesteigert. Mit moderatem Einsatz von Futtermitteln kann der Angler seiner gesetzlichen Hegepflicht vollständig nachkommen und dennoch den Gewässern ungewollte übermäßige Nährstoffe entziehen.

 

Angler fördern Artenvielfalt

 

Anders als im Film behauptet verändern Angler die Fischartenzusammensetzung nicht negativ. Aktuelle Studien unter Mitarbeit der Verbände belegen, dass anglerisch gehegte Baggerseen intakte Fischartengemeinschaften aufwiesen, die sich nicht von denen in natürlichen Seen unterschieden. Fremde Fischarten wie Störe, konnten nicht nachgewiesen werden. In fischerelich nicht genutzten Baggerseen, wird immer wieder beobachtet, wie sich die nicht standorttypische Fischarten die von Aquarienern ausgesetzt werden, z.B. der Goldfisch, massenhaft ausbreiten.

 

Karpfen – überschätzte Unterwasserschweine?

 

Im Film und auch sonst häufig wird der Einfluss von Karpfen auf die Gewässerqualität negativ dargestellt. Eine aktuelle internationale Vergleichsstudie konnte kürzlich unter Berücksichtigung von 373 Untersuchungen zeigen, dass negative Einflüsse auf Gewässer frühestens bei einer Karpfenbiomasse von 200 kg pro Hektar einsetzen. Diese Biomassen werden selbst bei Besatzmaßnahmen durch Angler höchst selten erreicht. Deshalb klassifiziert auch die aktuelle Studie deutsche Gewässer als nur gering durch Karpfen gefährdet ein. Verschlechterungen der Gewässerqualität werden primär durch Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft verursacht. Zu Unrecht gilt der Karpfen als fremde Fischart, denn Knochenfunde belegen sein Vorkommen in Deutschland bereits vor der letzten Eiszeit.

 

Fischbesatz im Wandel

 

Im Film wurden Besatzmaßnahmen in Binnengewässern kritisch hinterfragt. Tatsächlich werden die Ergebnisse moderner Forschung in den Verbänden schnell in die Breite getragen. Beispielsweise wurde der Endbericht zum Forschungsprojekt „Besatzfisch“ des Leibniz-­‐Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) unter Leitung von Prof. Robert Arlinghaus nicht nur sofort in die Ausbildung der lokalen Gewässerwarte integriert, sondern jeder Gewässerwart im LSFV erhielt bereits Ende 2015 einen Nachdruck des 200-­‐seitigen Berichts. Dies erfolgte nur wenige Monate nach Abschluss der Analysen. Der LSFV und der LFV Bayern wird auch zukünftig sein Möglichstes tun, um die anglerische Gewässerbewirtschaftung zum Wohle der Angler und der gesamten Natur-­‐ und Artenvielfalt zu verbessern. Entsprechende Forschungs-­‐ und Umsetzungsvorhaben sind bereits angestoßen und werden ab 2016 umgesetzt, sodass der gesellschaftliche Mehrwert des Angelns auch zukünftig weiter gesteigert wird.

 

Unser Fazit

 

Das Angeln ist so nachhaltig und modern wie nie zuvor.

 

Ein Verbot oder Einschränkungen des Angelns würden nicht nur den Gewässern und der Artenvielfalt, sondern der gesamten Gesellschaft massiv schaden.

Einführung

Zum Kalender „Wald, Wild und Wasser 2016“

Die Auswahl der vorgestellten Tierarten wurde unter dem Leitthema „Prädatoren“ getroffen. „Fressen und gefressen werden“ ist ein Prinzip der durchaus nicht friedlichen Natur. Vorgestellt werden Säugetiere, Vögel, Fische und ein Insekt. Unter dem Sammelbegriff „Wild“ stellen sich viele Menschen zunächst einmal die Gesamtheit aller wildlebenden Tiere unserer Heimat vor. Dies ist zwar im Ansatz richtig, trifft jedoch auf den tatsächlichen Sachverhalt nur unzureichend zu. „Wild“ ist ein Begriff aus dem Jagdrecht und bezieht sich allein auf die wildlebenden Tierarten, auf die die Jagd ausgeübt werden darf. Diese Tierarten sind im Jagdgesetz alle einzeln benannt.

Es würde zu weit führen, diesen Katalog hier vorzustellen, doch soll versucht werden, ein paar grundsätzliche Aspekte herauszuarbeiten.

  • Die Liste der jagdbaren Tierarten (= „Wild“) ist historisch gewachsen und unterliegt immer wieder Veränderungen. So wurden z.B. in den siebziger Jahren alle Eulen herausgenommen und etwa in den neunziger Jahren in Bayern drei Rabenvogelarten aufgenommen. Derzeit umfasst die Liste über 100 Arten.
  • Jagdbar sind nur bestimmte Arten der Säugetiere und Vögel, grundsätzlich jedoch keine Fische, Reptilien und Insekten.
  • Sehr viele jagdbare Arten dürfen tatsächlich aber trotzdem nicht bejagt werden. Sie genießen eine ganzjährige Schonzeit. Obwohl sie jagdlich nicht genutzt werden dürfen, haben sie ein Recht auf Hege durch den Jäger. Somit schützt sie das Jagdrecht umfassender als das Naturschutzrecht. Der Wolf gehört nach Naturschutzrecht zu den Arten, die besonderen Schutz genießen.

Die Säugetiere und Vögel, die im Kalender „Wald, Wild und Wasser 2016“ vorgestellt werden, unterliegen bis auf den Wolf dem Jagdrecht und haben – ausgenommen der Turmfalke – Jagdzeit.

Der Lebensraum Wasser ist in Bayern vielfältig: Bäche, Flüsse, Teiche und Seen. Genauso vielfältig sind die Bewohner dieser Unterwasserwelten – doch sie werden weniger. Menschliche Eingriffe in die Natur bedrohen die Artenvielfalt. Hege und Schutz der Fischbestände gehören deshalb für die Fischer in Bayern dazu.

Im Kalender 2016 stellen wir vier Raubfische vor, die sich in ihrer Art zu jagen ganz ihrem jeweiligen Lebensraum angepasst haben. Die spitzen Zähne im Maul der Raubfische dienen in erster Linie dazu, die Beute festzuhalten und zu erlegen. Friedfische hingegen besitzen ganz unterschiedliche Zähne, mit denen sie ihre Nahrung zerkleinern. Grundsätzlich sitzen die Zähne bei den Fischen nicht nur auf den Kieferknochen, sondern auch auf einer ganzen Reihe anderer Knochen der Mundhöhle.
Die Zähne der Raubfische sind zudem noch sehr unterschiedlich geformt: Große, einzeln nebeneinander stehende Fangzähne am Unterkiefer des Hechtes. Die Hundszähne am Vorderende des Unter- und Oberkiefers beim Zander. Kleine, dicht beisammen sitzende Bürsten- oder Hechelzähne bei den Barschen, der Aalrutte, dem Aal oder dem Wels.

Obwohl die großen Raubfische an der Spitze der Nahrungskette stehen, sind sie oft in ihrem

Bestand gefährdet. Menschliche Eingriffe zerstören nicht nur ihren Lebensraum, sondern auch den ihrer Beutefische. Für ein Ökosystem sind Raubfische von großer Bedeutung. Daher wird ihr Bestand von Fischern in besonderem Maße gehegt und wenn nötig durch Besatzmaßnahmen gestützt. Große Raubfische haben eine hohe fischereiliche Bedeutung.

Der Erkenntnis, dass wir nur eine Natur haben, dass Wald, Wild und Wasser Bestandteile dieser einen Natur sind, dass wir Menschen selbst in dieser Natur und von ihr leben müssen, dass wir ihr deshalb im eigenen Interesse mit Achtung begegnen müssen, entspringt das Konzept dieses Kalenders. Achtung kann aber nur erfahren, was bekannt ist.

  1. Weißmann / S. Schütze
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Dezember: Der Huchen

ist einer der größten heimischen Vertreter aus der Familie der Lachsartigen. Er wird bis über 1,40 m lang und dabei über 30 kg schwer. Seine natürliche Verbreitung ist auf die Donau und ihre Nebenflüsse beschränkt. Deshalb wird er auch als „Donaulachs“ bezeichnet. Seine Kiefer tragen kräftige Zähne.
Im Ökosystem eines Gewässers steht er an der Spitze der Nahrungspyramide. Größe und Stärke nützen dem Huchen leider heute nicht mehr. Umweltzerstörung, Regulierung und Verbau der Fließgewässer treffen ihn als Raubfisch doppelt hart. Er verliert seinen Lebensraum und die Beutetiere verschwinden. So ist er in seinem Bestand stark gefährdet und durch ein hohes Schonmaß von 90 cm besonders geschützt. Damit diese Fischart weiterhin bei uns vorkommt, bringen die Fischer frischen Kies in die Flüsse ein. Diesen braucht der Huchen als sogenannter Kieslaicher als Laichplatz für die Eiablage.

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Oktober: Der Baummarder

ist ein reiner Waldbewohner und bevorzugt ältere Laub- oder Mischwaldbestände. Er ist überwiegend nachts unterwegs und verschläft die Tage gern in alten Spechthöhlen. „Goldkehlchen“ – wie er wegen der Färbung seines Kehlflecks auch genannt wird – riecht, hört und sieht vorzüglich. Seine Kletterkünste sind unübertroffen und so gibt es auf der Nahrungssuche kaum eine Brutstätte mit Eiern oder Jungvögeln im Wald, die vor ihm sicher ist. Glatte Buchenstämme sind so wenig ein Problem wie dünne, schwankende Äste. Ansonsten ernährt er sich von Kleinsäugern, großen Insekten sowie Wildobst und Beeren. Seinen ausgewählten Lebensraum verlässt der Baummarder über Jahre hinweg nicht.

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September: Der Zander

hat sein Jagdrevier im Gegensatz zum Hecht in Flüssen und Seen mit eher trübem Wasser. Darauf hat er seine Jagdtaktik abgestimmt. Seine großen Augen sind optimal an geringe Sichtweite und Dämmerlicht angepasst. Auch bei Nacht sieht er hervorragend. Er kann sich so ganz nahe an die Beute anpirschen und aus kurzer Distanz zuschnappen. Dazu hat er viele kleine spitze Zähne und die für ihn charakteristischen Fang- oder Hundszähne an der Maulspitze. Er bevorzugt eher kleinere Beutefische, die er sowohl in Grundnähe als auch im Freiwasser jagt. Seine zweiteilige Rückenflosse verrät, dass er zur Barschfamilie gehört. An den Kiemendeckeln der Barschartigen, so auch beim Zander, sitzen spitze Knochendorne. Diese werden, wie die Stachelstrahlen des vorderen Teils der Rückenflosse zur Verteidigung eingesetzt. Mit diesen kleinen Waffen hat sicherlich schon jeder Angler einmal schmerzhaft Bekanntschaft gemacht. Der Zander wird bis 1 m lang und über 15 kg schwer.

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August: Der Waschbär

zählt zu den Kleinbären, stammt aus Nordamerika und wurde für Pelztierfarmen nach Deutschland eingeführt. Dort entkommene oder ausgesetzte Tiere haben sich in den letzten 80 Jahren stark vermehrt. Als Kulturfolger wurde er schnell zur Plage. Das nachts aktive Tier ist Einzelgänger und verschläft den Tag in geeigneten Verstecken. Waschbären klettern und schwimmen vorzüglich und sind Allesfresser mit großer Vorliebe für Obst. Auffällig sind die langen, beweglichen Zehen an den Vorderpfoten, die sie geschickt als „Greifhände“ einsetzen. Da sie auch in Gewässern nach Nahrung „greifen“, entstand der Eindruck, dass sie die Nahrung waschen. Daher kommt der deutsche Name „Waschbär“.

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Juli: Die Königslibelle

gehört zu den größten Libellen. Mit knapp neun Zentimetern Körperlänge und einer Flügelspannweite von über zehn Zentimetern ist das „pfeilschnelle“ Insekt im Sommer in der Nähe von Gewässern ein echter Blickfang für flinke Augen. Das leuchtende Blau ihres Hinterleibs und das kräftige Grün ihres Brustabschnitts sind neben der Körpergröße
Erkennungsmerkmale des unermüdlichen „Fliegers“. Sie ist ständig auf der Jagd nach fliegenden Insekten, die ihr als Nahrung dienen. Zur Nahrungsaufnahme sitzt sie kurzzeitig im Geäst von Büschen oder Bäumen. Dort findet auch die Paarung der Königslibellen statt. Die befruchteten Eier werden vom Weibchen in schwimmende Pflanzenteile „eingestochen“.

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Juni: Der Schied

gehört zur großen Familie der Karpfenartigen, die auch Friedfische genannt werden. Sie ernähren sich überwiegend von Pflanzen, Insekten oder bodenlebenden Kleintieren. Jedoch gibt es einen „Wolf im Schafspelz“ unter ihnen. Der Schied oder Rapfen ist der einzige Weißfisch, der sich fast ausschließlich von Fischen ernährt. Sein nach oben gerichtetes Maul verrät, dass er seiner Beute bevorzugt in Oberflächennähe nachstellt. Es ist ein spektakuläres Schauspiel, wenn er Lauben und Rotaugen mit Sprüngen von bis zu einem Meter aus dem Wasser nachjagt. Er ist ein schneller und kräftiger Jäger. Nicht selten betäubt er seine Beute mit voller Wucht durch einen Rammstoß. Dies hilft ihm, weil seine Kiefer zahnlos sind. Im Gegensatz zu Hecht und Zander besitzt er keine Fangzähne, mit denen er seine Beute festhalten kann. Sein Lebensraum sind Fließstrecken, aber auch Altarme und durchströmte Seen. Er wird im Durchschnitt 45-60 cm lang.

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Mai: Der Iltis

lebt als Einzelgänger in offener Landschaft mit kleinen Waldstücken und Gebüsch, auf Wiesen und Feldern und in der Nähe menschlicher Siedlungen. Große, geschlossene Waldungen meidet er. Häufig ist er in Gewässernähe anzutreffen. Den Tag verschläft er in einem Versteck.
In der Dämmerung und nachts ist er auf der Suche nach Beute. Junghasen, Kaninchen, kleine Nager, Schlangen, Frösche, Insekten und bodenbrütende Vögel gehören zu seiner Nahrung. Bemerkenswert ist, dass er nicht auf Bäume klettert. Sein Gesicht ist auffällig gezeichnet, die Gehöre sind weiß umrandet. Aus seiner Analdrüse kann er zur Reviermarkierung und zur Selbstverteidigung ein übel riechendes Sekret absondern.

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März: Der Hecht

wartet bewegungslos im Halbdunkel der Wasserpflanzen oder zwischen altem Holz auf seine Beute. Hier gibt es reichlich Nahrung und Deckung. Die großen Hecht-Augen sehen auch im Dämmerlicht die Beutefische sehr gut. Der kräftige Körperbau und die pfeilförmige Gestalt erlauben ihm, aus dem Stand mit hoher Geschwindigkeit vorzuschießen und zuzupacken.

Er besitzt lange, spitze Fangzähne auf dem Unterkiefer und dicht stehende, nach hinten gebogene Zähne im Oberkiefer. Diese wirken wie Widerhaken und machen ein Entkommen des Opfers unmöglich. Allerdings ist auch schon so mancher Hecht an seiner allzu großen Beute erstickt – die nach hinten gerichteten Zähne machen ein Wiederausspucken fast unmöglich. Ein Hecht kann einen Beutefisch verschlingen, der mehr als halb so lang ist wie er selbst. Die Weibchen werden deutlich größer als die Männchen und können 1-1,5 m lang und über 20 kg schwer werden.

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Februar: Das Hermelin

ist das Große Wiesel im Tarnkleid für den Winter. Nur die schwarze Schwanzspitze bleibt auch im schlicht braunen Sommerkleid erhalten. Die Tierart ist recht häufig, jedoch wegen ihrer „unruhigen Lebensweise“ vielen Menschen unbekannt. Die kleinen Fleischfresser bewegen sich „wieselflink“ auf oder unter dem Boden fort, wenn sie nach Beute jagen. Kleinsäuger – speziell Mäuse – bilden ihre Ernährungsgrundlage.

Es wird jedoch berichtet, dass auch deutlich größere Tiere erbeutet werden. Ein Sprung an die Kehle und ein Biss in den Hals kann auch einem Hasen zum Verhängnis werden. Zur Orientierung im Jagdrevier richten sie sich zuweilen hoch auf, um dann wieder weiter zu hasten.

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