
LFV Fischlexikon:
Fische bayerischer Gewässer
Bayern ist Heimat einer beeindruckenden Vielfalt an Gewässern. Mit über 100.000 km Flüssen und Bächen sowie mehr als 200 natürlichen und zahlreichen künstlich angelegten Seen bieten die bayerischen Gewässer Lebensraum für über 70 heimische Fischarten. Diese reichen vom kleinen Stichling bis zum imposanten Wels. Leider sind viele dieser Fischarten durch verschiedene Umweltbeeinträchtigungen in ihren Lebensräumen bedroht.
Besonders kritisch ist die Situation der Langdistanzwanderer wie die Donaustörarten, der Lachs und die Meerforelle, die in Bayern – mit Ausnahme des Aals – ausgestorben sind. Auch bei den Flussfischarten, speziell den Kieslaichern, ist ein dramatischer Rückgang zu verzeichnen. Nur in 49 Prozent der bayerischen Fließgewässer können sich die Leitfischarten noch erfolgreich fortpflanzen. Dies spiegelt sich in der Roten Liste gefährdeter Tiere in Bayern wider, in der mehr Fischarten vertreten sind als in den Gewässern.
Das LFV Fischlexikon bietet umfassende Informationen zur Fischfauna Bayerns. Hier findest du Details zu den verschiedenen heimischen Fischarten, einschließlich ihrer Biologie, Lebensräume, Lebensweisen, Nahrung und den Faktoren, die sie gefährden.
Ohne die langfristigen Maßnahmen zum Schutz der Fischbestände – durchgeführt durch Fischereivereine, Fischereiverbände und die Fischereiverwaltung – wären viele der bayerischen Fischarten heute noch stärker gefährdet oder bereits ausgestorben. Artenhilfsprogramme und lebensraumverbessernde Maßnahmen haben wesentlich dazu beigetragen, die Vielfalt der Fische in Bayerns Gewässern zu bewahren.
Download
[Rote Liste und Gesamtartenliste Bayern – Fische und Rundmäuler – Stand 2021]
Fischarten
In alphabetischer Reihenfolge.
A Aal | Aitel (Döbel) | Äsche
B Bachforelle | Bachneunauge | Bachsaibling | Bachschmerle (Schmerle, Bartgrundel) | Barbe | Bitterling | Brachse (Brasse, Blei)
D Donaustromgründling | Dreistachliger Stichlin
E Edelkrebs (Flusskrebs, Rotscherenkrebs) | Elritze
F Flussbarsch (Egli) | Flussperlmuschel | Frauenfingerling (Frauenfisch)
G Giebel | Gründling | Güster (Blicke)
K Karausche | Kaulbarsch
L Lachs | Laube (Ukelei)
M Mairenke (Seelaube, Schiedling) | Moderlieschen | Mühlkoppe (Groppe, Koppe)
N Nase | Nerfling (Aland)
R Rapfen (Schied) | Regenbogenforelle | Renke | Rotauge | Rotfeder | Rußnase (Zährte) | Rutte (Quappe, Trüsche, Aalrutte)
S Schlammpeitzger | Schleie | Schneider | Schrätzer (Schratz) | Seeforelle | Seesaibling | Steinbeißer (Dorngrundel) | Steinkrebs (Bachkrebs) | Streber | Strömer
Z Zander (Schill, Sander) | Zingel | Zobel | Zope
A
Aal

Familie: Flussaale (Anguillidae)
Gattung: Flussaale (Anguilla) – Art: Europäischer Aal (Anguilla anguilla)
Durchschnittliche Länge: 40 – 80 cm, Rogner deutlich größer: 40 – 100 cm
Laichzeit: Spätwinter bis Frühling
Kennzeichen: Der Aal besitzt einen schlangenförmigen kräftigen Körper. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen Flossensaum, die Bauchflossen fehlen. Die paarigen Brustflossen sitzen direkt hinter dem Kopf. Die kleinen ovalen Schuppen sind von einer dicken Schleimschicht bedeckt. Die Färbung ändert sich im Laufe der Entwicklung. Aale sind als Jungtiere farblos durchscheinend, später ist der Rücken graubraun bis dunkelgrün, Seiten und Bauch gelblich bis weiß. Zur Geschlechtsreife wird die Rückenfärbung dunkler, der Bauch silbrigweiß und die Augen vergrößern sich.
Lebensraum und Lebensweise: Nachtaktiver Bodenfisch, der sehr widerstandsfähig ist. Er ist in fast allen Arten von Still- und Fließgewässern vertreten. Geschmacks- und Geruchsorgane sind hervorragend ausgebildet. Aale (Blankaale) wandern zum Laichen 4.000-7.000 km stromabwärts bis in die Sargassosee (Westatlantik). Die geschlüpften Larven (Weidenblattlarven) lassen sich innerhalb von zwei bis drei Jahren vorwiegend von der Meeresströmung an die Küsten Europas und Nordafrikas treiben. Hier verwandeln sie sich zu den sogenannten Glasaalen. Die Mehrzahl der heranwachsenden Aale (Gelbaale) zieht wieder flussaufwärts, teils bis in die Oberläufe hinauf.
Nahrung: Es werden zwei Ökotypen mit unterschiedlichen Kopfformen und Ernährungsgewohnheiten unterschieden. Spitzkopfaale: Würmer, Schnecken, Kleinkrebse, und Insektenlarven; Breitkopfaale sind eher räuberisch und bevorzugen kleine Fische, Krebse und Amphibien.
Gefährdung: Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen. Fehlende Durchgängigkeit durch Wanderbarrieren. Aufgrund des länglichen Körperbaus sehr hohe Mortalität abwandernder Blankaale in den Turbinen der Wasserkraftanlagen. Wegfang der Glasaale an den Küsten Europas.
Aitel (Döbel)

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Leuciscus – Art: Döbel (Squalius cephalus)
Durchschnittliche Länge: 30 – 50 cm
Laichzeit: April – Juni
Kennzeichen: Der Aitel besitzt einen langgestreckten, fast drehrunden Körper. Der Kopf ist groß und breit mit weiter endständiger Maulspalte. Durch die großen dunkelrandigen Schuppen entsteht eine netzartige Zeichnung. Die Färbung ist silbern bis silbriggrau. Die Afterflosse ist nach außen gewölbt. Er wird gerne mit dem Hasel verwechselt.
Lebensraum und Lebensweise: Bewohnt schnell strömende Fließgewässer aller Art von der Forellen- bis zur Brachsenregion. In der Jugend lebt er gesellig und schwarmbildend eher in Ufernähe, im Alter hält er sich eher als Einzelgänger im Freiwasser auf. Laichreife Milchner zeigen einen feinen Laichausschlag. Die klebrigen Eier haften an Wasserpflanzen, Steinen oder Wurzeln. Der Aitel dient als Wirt für die Bachmuschel.
Nahrung: In der Jugend überwiegend wirbellose Kleintiere und pflanzliche Kost, später auch Fische, Krebse und Amphibien.
Äsche

Familie: Forellenfische (Salmonidae)
Gattung: Äschen (Thymallus) – Art: Europäische Äsche (Thymallus thymallus)
Durchschnittliche Länge: 30 – 50 cm, max. 65 cm
Laichzeit: März – Mai
Kennzeichen: Die Äsche hat einen gestreckten, seitlich abgeflachten Körper und eine Fettflosse. Der Kopf ist klein mit spitz zulaufendem, leicht unterständigem Maul und kleiner Maulspalte. Die Pupille ist nach vorne spitz zulaufend. Sie besitzt eine auffallend hohe und breite Rückenflosse, die als Fahne bezeichnet wird. Diese ist, ebenso wie die After- und Bauchflossen, beim Milchner größer. Der Rücken ist graugrün bis bläulich, Flanken und Bauch sind silbrig weiß gefärbt mit messingfarbenen Längsstreifen. Kleine dunkle Punkte verteilen sich besonders auf dem Vorderkörper. Die Rückenflosse ist leuchtend purpurn gefärbt und dunkel gefleckt.
Lebensraum und Lebensweise: Als strömungsliebender Leitfisch der nach ihr benannten Gewässerregion liebt sie sauerstoffreiche Bäche und Flüsse mit steinigem, kiesigem Grund. Ausgesprochener Fisch des Freiwassers. Während der Laichzeit sind beide Geschlechter intensiv bunt gefärbt. Das Ablaichen findet an flachen, überströmten Kiesbänken statt. Bedecken Schwebstoffe und Algen den Kies, wird dieser als Laichplatz nicht angenommen. Im Gegensatz zu anderen Salmoniden, schlagen Äschen keine Laichgruben. Beim Laichakt verankert sich der Rogner mit den Bauchflossen im Kies und bohrt den Schwanz mit schnellen Schlägen bis zur Fettflosse ins Sediment, in das die Eier abgelegt werden. Nach dem Schlupf halten sich die Larven in den ersten Tagen zwischen den Steinen versteckt. Später schließen sich die Jungtiere zu kleinen Schwärmen zusammen.
Nahrung: Insektenlarven, Kleinkrebse, Schnecken, Würmer, Anfluginsekten sowie auch Kleinfische und Fischlaich.
Gefährdung: Fischfressende Vögel wie Kormoran und Gänsesäger. Fehlen von Laichplätzen und Jungfischhabitaten, Wanderbarrieren.
B
Bachforelle

Familie: Forellenfische (Salmonidae)
Gattung: Salmo – Unterart: Bachforelle (Salmo trutta forma fario)
Durchschnittliche Länge: 25 – 50 cm, max. 95 cm
Laichzeit: Oktober – Februar
Kennzeichen: Die Bachforelle besitzt einen spindelförmigen, mehr oder weniger hochrückigen Körper. Die Schnauze ist stumpf mit weiter Maulspalte. Charakteristisch sind die roten Tupfen auf den Seiten, die oft weiß eingefasst sind. Die Rückenflosse besitzt dunkle Punkte. Die Grundfärbung ist meist grau grün. Je nach Standort gibt es viele Farbvarianten. Auch die Fettflosse kann sehr unterschiedlich gefärbt sein (rote und/oder schwarze Punkte). Ältere Milchner bilden einen charakteristischen Laichhaken aus. Als „Steinforellen“ werden Bachforellen bezeichnet, die in nahrungsarmen Gebirgsbächen langsam wachsen und nur eine Länge von 15-20 cm erreichen.
Lebensraum und Lebensweise: Sie ist der Leitfisch der Forellenregion. Lebt in klaren, kühlen und sauerstoffreichen Bächen und Flüssen sowie in Bergseen. Ist auf reich gegliederte Wasserläufe mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten angewiesen. Sie ist standorttreu und verteidigt ihr Revier gegen Artgenossen. In größeren Gewässern zieht sie die Zuflüsse hinauf um dort zu laichen. An stark überströmten, meist seichten Bereichen schlägt der Rogner eine Laichgrube in das Kiesbett. Die Milchner kämpfen um die Vorherrschaft am Laichplatz. Die abgelegten Eier werden vom Milchner besamt und vom Rogner mit Kies bedeckt. Die Forellenlarven verbleiben solange im Kieslückensystem bis ihr Dottersack aufgebraucht ist.
Nahrung: In der Jugend Insektenlarven, Bachflohkrebse und andere Kleintiere. Später v.a. Anfluginsekten und kleine Fische.
Gefährdung: Fischfressende Vögel wie Kormoran und Gänsesäger. Fehlen von Laichplätzen und Jungfischhabitaten, Wanderbarrieren. In voralpinen Flüssen treten im Spätsommer sogenannte „Schwarze Forellen“ auf. Die Ursache dieses Bachforellensterbens ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Bachneunauge

Familie: Neunaugen (Petromyzontidae)
Gattung: Lampetra – Art: Bachneunauge (Lampetra planeri)
Durchschnittliche Länge: 12 – 20 cm
Laichzeit: März – Juni
Kennzeichen: Das Bachneunauge hat einen wurmartigen dünnen Körper. Das kieferlose Saugmaul besitzt eine runde Maulscheibe. Es hat keine Schuppen und keine paarigen Flossen. Die erste und zweite Rückenflosse sind miteinander verbunden. Dabei bildet der hintere Abschnitt mit Schwanz- und Afterflosse einen durchgehenden Flossensaum. Die Oberseite des Körpers ist dunkelblau bis dunkelgrün gefärbt. Die Flanken sind gelblich grün, die Bauchseite ist silbrig-weiß. Der Name ergibt sich aus der Summe: 1 Nasenöffnung, 1 Auge und 7 Kiemenöffnungen auf jeder Seite. Neunaugen gehören nicht zu den Fischen, sondern bilden eine eigene Klasse der Rundmäuler.
Lebensraum und Lebensweise: Es bevorzugt klare Bäche, aber auch Flüsse und saubere, gut durchströmte Gräben. Zur Fortpflanzung wandert es in kleinen Gruppen bachaufwärts zu geeigneten Substraten. Die Eiablage erfolgt in selbstgeschlagenen kleinen Gruben. Nach der Paarung sterben die Elterntiere ab. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven, die „Querder“ genannt werden. Diese haben weder Augen noch Zähne und sehen den Elterntieren nicht ähnlich, sodass man sie lange Zeit für eine eigenständige Tierart hielt. Die Querder leben etwa 3-5 Jahre versteckt in humosen Sandanschwemmungen und unter verrottendem Laub. Im Spätsommer des letzten Jahres im Larvenstadium beginnt die Umwandlung zum erwachsenen Tier. Hierbei bilden sich die Geschlechtsorgane, die Zähne und die Augen. Die Verdauungsorgane werden dabei zurückgebildet. Diese Metamorphose ist im nächsten Frühjahr, vor Beginn der Paarung abgeschlossen.
Das Bachneunauge gilt als Indikator für intakte Gewässerökosysteme mit guter bis sehr guter Wasserqualität (Gewässergüteklasse I-II).
Nahrung: Die Querder ernähren sich von Kleinstlebewesen sowie von schwebendem und abgesetztem pflanzlichem Abfall (Detritus). Die erwachsenen Tiere nehmen keine Nahrung auf und sind reine Vermehrungsstadien.
Gefährdung: Gewässerverschmutzung (Abwassereinleitung, Nährstoffeintrag, Verschlammung). Veränderung bzw. Zerstörung des Lebensraums durch Gewässerausbau, Begradigung, unsachgemäßer Gewässerunterhalt und Querverbauungen.
Bachsaibling
Familie: Forellenfische (Salmonidae)
Gattung: Saiblinge (Salvelinus) – Art: Bachsaibling (Salvelinus fontinalis)
Durchschnittliche Länge: 20 – 40 cm
Laichzeit: Oktober – Dezember
Kennzeichen: Der Bachsaibling besitzt einen torpedoförmigen, kräftigen Körper. Der Rücken ist oliv bis braungrün gefärbt ebenso wie die Rückenflosse mit hellen Marmorierungen. Auf den Flanken sind gelbliche und rote Punkte, die oft blau umrandet sind. Die Bauchseite ist weiß bis gelb und färbt sich bei den Milchnern während der Laichzeit intensiv orangerot. Die weite Maulspalte reicht bis hinter die Augen. Er besitzt eine Fettflosse. Brust-, Bauch- und Afterflossen sind weiß gesäumt und vom Rest der Flosse durch einen schwarzen Saum abgegrenzt.
Lebensraum und Lebensweise: Er bewohnt kalte, klare und sauerstoffreiche Seen und Fließgewässer. Sein Lebensraum konkurriert somit mit der Bachforelle, die er unter Umständen verdrängen kann. Er lebt standorttreu mit geringen Ansprüchen an Versteckmöglichkeiten im Wohngewässer. Auch ist er gegenüber Gewässerverschmutzung und –versauerung toleranter. Ende des 19. Jhd. wurde er aus Nordamerika eingebürgert. Zur Laichzeit sind speziell die Milchner prächtig gefärbt. An stark überströmten Kiesbänken werden flache Laichgruben geschlagen, in welche die Eier abgesetzt und anschließend mit Kies bedeckt werden. Da die Eier an denselben Laichplätzen von Bachforelle und Seesaibling abgelegt werden kommt es mitunter zu Kreuzungen der Arten. Die unfruchtbaren Nachkommen durch Kreuzung mit der Bachforelle nennt man Tigerfische, die mit dem Seesaibling werden Elsässer Saiblinge genannt.
Nahrung: Insektenlarven, Würmern, Kleinkrebse, Anfluginsekten sowie im Alter auch Fische.
Bachschmerle (Schmerle, Bartgrundel)

Familie: Plattschmerlen (Balitoridae)
Gattung: Barbatula – Art: Bachschmerle (Noemacheilus barbatulus)
Durchschnittliche Länge: 8 – 12 cm, Rogner werden größer.
Laichzeit: März – Mai
Kennzeichen: Die Bachschmerle besitzt einen walzenförmigen, langgestreckten Körper, der nur im Schwanzteil seitlich etwas zusammengedrückt ist. Der Kopf ist abgeflacht mit unterständigem Maul. Am Oberkiefer sitzen sechs Barteln. Die vordere Nasenöffnung ist röhrenförmig verlängert. Die Schmerle besitzt sehr kleine Schuppen. Die Seitenlinie ist hell abgehoben und somit deutlich erkennbar. Die Schwanzflosse ist eher gerade. Die Färbung ist je nach Umgebung sehr variabel. Rücken und Seiten sind sandfarben bis bräunlich mit dunkler Marmorierung. Die Bauchseite ist weißlich.
Lebensraum und Lebensweise: Sie bewohnt klare, flache Fließgewässer und Uferregionen sauberer Seen mit steinig-kiesigem Grund. Als dämmerungs- und nachtaktiver Bodenfisch, hält sie sich tagsüber in den Verstecken eines reich strukturierten Gewässergrundes verborgen. Während der Fortpflanzungszeit zeigen beide Geschlechter einen feinen Laichausschlag. Die klebrigen Eier werden portionsweise in das seichte Wasser auf sauberen, steinig-kiesigen Grund abgelegt. Der Milchner bewacht die Eier bis zum Schlüpfen der Brut. Bei sinkendem Sauerstoffgehalt kann die Bachschmerle an der Wasseroberfläche Luft schlucken und den Sauerstoff über Darmatmung aufnehmen.
Nahrung: Insektenlarven, Kleinkrebse, Würmer und Fischlaich.
Gefährdung: Verlust geeigneter Gewässerstrukturen, Gewässerverschmutzung und Verschlammung.
Barbe

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Barbus – Art: Flussbarbe (Barbus barbus)
Durchschnittliche Länge: 30 – 70 cm, max. 90 cm
Laichzeit: Mai – Juli
Kennzeichen: Die Barbe besitzt einen schlanken, langgestreckten und bauchseits etwas abgeplatteten Körper. Die Schnauze ist rüsselartig verlängert. Das unterständige Maul hat wulstige Lippen und trägt vier Barteln an der Oberlippe. Der längste Stachelstrahl der Rückenflosse ist an der Hinterseite gesägt. Die Färbung ist je nach Aufenthaltsort sehr unterschiedlich, meist bräunlich bis grünlich mit Messingglanz. Die Bauchseite ist weißlich. Der Laich der Barbe ist giftig und verursacht Erbrechen und heftigen Durchfall.
Lebensraum und Lebensweise: Sie ist ein gesellig lebender Grundfisch klarer und sauerstoffreicher Mittelläufe mit Sand- oder Kiesgrund und Leitfisch der Barbenregion. Aktivität und Nahrungssuche erfolgen meist in der Dämmerung. Zur Fortpflanzung ziehen laichreife Fische in großen Schwärmen weite Strecken den Fluss hinauf. Das Ablaichen erfolgt an flachen, überströmten Kiesbänken, wo die klebrigen Eier abgelegt werden. Die geschlüpften Larven verstecken sich bis zur Aufzehrung ihres Dottersacks zwischen den Steinen. Zur Winterruhe suchen Barben tiefere, strömungsberuhigte Stellen im Gewässer auf.
Nahrung: Kleine Bodentiere wie Würmer, Insektenlarven, Schnecken, Muscheln; gelegentlich Pflanzenteile und kleine Fische.
Gefährdung: Fischfressende Vögel wie Kormoran und Gänsesäger. Fehlen von Laichplätzen und Jungfischhabitaten, Wanderbarrieren.
Bitterling

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Rhodeus – Art: Bitterling (Rhodeus sericeus amarus)
Durchschnittliche Länge: 5 – 7 cm, max. 9 cm
Laichzeit: April – Juni
Kennzeichen: Der Bitterling ist der kleinste Vertreter der Karpfenartigen. Sein Körper ist hochrückig. Er ist leicht an seinem blaugrünen Längsband, das sich von der Schwanzwurzel bis etwa zur Körpermitte erstreckt, zu erkennen. Charakteristisch ist auch die kurze Seitenlinie. Er besitzt eine lange Rücken- und Afterflosse. Das Maul ist klein und endständig. Markant sind das bunt gefärbte Laichkleid des Milchners und die lange Legeröhre des Rogners während der Laichzeit.
Lebensraum und Lebensweise: Insbesondere kleine langsam fließende und stehende Gewässer mit pflanzenreichen Uferregionen und gleichzeitigem Vorkommen der Teich- oder Malermuschel. Zur Fortpflanzung besetzt und verteidigt der Milchner ein Territorium mit mehreren Muscheln. Diese bereitet er für die Eiablage vor, indem er diese immer und immer wieder mit der Schnauze anstupst. Hierdurch erlahmt der Reflex der Muschel sich bei Berührung zu schließen. Erst dann kann der Rogner die Eier mit der langen Legeröhre einzeln in den Kiemenraum der Muschel ablegen. Diese, bis zu 6 cm lange Legeröhre wird während der Laichzeit ausgebildet. Der Milchner lässt über der Atemöffnung der Muschel seine Milch (Samen) ab und befruchtet so die Eier im Innern der Muschel. Die befruchteten Eier entwickeln sich im Kiemenraum der Muschel. Die Fischlarven wachsen durch die Schalen gut vor Fressfeinden geschützt heran und verlassen diese nach 3-4 Wochen. Der Eiablage geht ein auffälliges Balzritual vorweg. Bitterlinge sind recht anspruchslos, leben gesellig und sind meist in Ufernähe anzutreffen.
Nahrung: Algen, Pflanzenteile, tierisches Plankton, Würmer, Insektenlarven, Kleinkrebse.
Gefährdung: Indirekt durch den Bestandsrückgang der geeigneten Muschel. Diese ist bedroht durch den Verlust ihrer Biotope z.B. Beseitigung von Altarmen, Verfüllen von Kleingewässern, Unterhaltungsmaßnahmen, Faulschlammbildung, Gewässerverlandung, Trockenlegung und Verdrängung durch eingeschleppte Muschelarten.
Brachse (Brasse, Blei)

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Brassen (Abramis) – Art: Brachse (Abramis brama)
Durchschnittliche Länge: 30 – 50 cm; Max: 70 cm
Laichzeit: Mai – Juni
Kennzeichen: Die Brachse hat einen seitlich stark abgeflachten, hochrückigen Körper mit vorstülpbaren, leicht unterständigem Rüsselmaul. Der Augendurchmesser ist kleiner als die Maulspalte. Alle Flossen sind grau gefärbt. Die Brustflossen reichen bis an den Ansatz der Bauchflossen heran. Die Afterflosse ist sehr lang, der untere Teil der Schwanzflosse ist meist länger als der obere.
Lebensraum und Lebensweise: Sie bewohnt stehende und langsam fließende Unterläufe größerer Flüsse mit weichem Grund. Leitfisch der nach ihr benannten Gewässerregion sowie der Stauräume. Sie ist ein bodenorientierter, gesellig lebender Fisch, der nachts in seichten Uferbereichen den weichen Gewässergrund nach Nahrung absucht. Während der Laichzeit bilden sie oft riesige Schwärme. Die klebrigen Eier werden an flachen, pflanzenreichen Uferstellen abgelegt. Die geschlüpften Larven heften sich mit Klebedrüsen an Wasserpflanzen an, bis der Dottersackvorrat aufgebraucht ist. Die Milchner tragen besonders am Kopf einen auffälligen Laichausschlag. Brachsen halten an tieferen, geschützten Stellen in großen Scharen Winterruhe. Bei Überpopulation und geringem Nahrungsangebot neigen Brachsen zur Verbuttung, das heißt zur Ausbildung zwergwüchsiger Formen.
Nahrung: Im Schlamm verborgene Bodentiere, wie Insektenlarven, Würmer, Schnecken und kleine Muscheln.
D
Donaustromgründling

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Gobio – Art: Donaustromgründling (Gobio albipinnatus)
Durchschnittliche Länge: 6 – 10 cm; max: 13 cm
Laichzeit: Mai – Juni
Kennzeichen: Der Donaustromgründling (früher Weißflossengründling) hat einen schlanken, langgestreckten Körper mit abgeflachtem Bauch. Der Kopf ist spitz zulaufend mit großen Augen und unterständigem, vorstülpbarem Maul. Die Schnauze ist stumpf. In den Maulwinkeln sitzt am Ende der Oberlippe je ein längerer Bartfaden, der zurückgelegt meist bis zum Augenhinterrand reicht. Die Seitenlinie ist beidseitig dunkel eingefasst. Die Schuppen sind vergleichsweise groß. Rücken- und Schwanzflosse weisen kleine dunkle Flecken auf, die oft in Reihen angeordnet sind und daher wie Bänder erscheinen. Der Rücken ist hell gelbbraun bis graubraun gefärbt mit deutlichen (meist 7 bis 8) dunklen Flecken.
Lebensraum und Lebensweise: Der bevorzugte Lebensraum sind die Mittel- und Unterläufe der Fließgewässer in der Barbenregion. Als Schwarmfisch lebt er gesellig in größeren Gruppen in Grundnähe. Die Milchner tragen während der Laichzeit einen feinkörnigen Laichausschlag.
Nahrung: Planktonorganismen und Insektenlarven.
Gefährdung: Gewässerverschmutzung und -verbau.
Dreistachliger Stichling

Familie: Stichlinge (Gasterosteidae)
Gattung: Gasterosteus – Art: Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus)
Durchschnittliche Länge: 4 – 6 cm
Laichzeit: März – Juli
Kennzeichen: Der Dreistachlige Stichling besitzt einen seitlich stark zusammengedrückten Körper mit relativ großem Kopf und spitzer Schnauze. Das leicht oberständige Maul ist relativ klein. Kopf und Körper sind unbeschuppt und tragen anstelle der Schuppen Knochenplatten. Je nach deren Anzahl werden drei bzw. vier Formen unterschieden. Die erste Rückenflosse ist auf drei, einzeln stehende, bewegliche Stacheln reduziert. Die zweite Rückenflosse ist weit nach hinten versetzt. Die Bauchflossen sind zu aufklappbaren Stacheln umfunktioniert und bieten einen wirksamen Schutz vor Fressfeinden. Der Rücken ist meist braungrau oder olivgrün mit dunklen Querstreifen oder Marmorierungen, die Unterseite ist silbrig. Zur Laichzeit sind Kehle, Brust und Bauch des Milchners lebhaft rot gefärbt.
Lebensraum und Lebensweise: Es werden zwei Ökotypen unterschieden: marine Wanderformen, die zur Laichzeit vom Meer ins Süßwasser ziehen und stationäre Binnenformen. So bewohnen die Wanderformen die Küstenbereiche der Meere, Brackwasser und stehendes Süßwasser. Die stationären Formen bewohnen kleine Tümpel, Altwasserarme und langsam fließende Gewässer. Der Stichling war ursprünglich im Donaueinzugsgebiet nicht heimisch. Außerhalb der Laichzeit leben Stichlinge häufig in Schwärmen. In der Laichzeit jedoch, bilden die Milchner Reviere und bauen aus Pflanzenmaterialien ein Nest, das mit klebrigem Nierensekret verfestigt wird. Das Nest wird heftig gegen Rivalen verteidigt. In einem als Zickzacktanz bezeichneten Balzritual wird ein laichbereiter Rogner zum Nest geführt und zur Eiablage veranlasst. Anschließend werden die Eier vom Milchner besamt und der Rogner aus dem Revier vertrieben. Das Ablaichen kann sich mit weiteren Rognern wiederholen. Das Gelege wird vom Milchner bewacht, der den Eiern sauerstoffreiches Wasser zufächelt. Die schlüpfende Brut wird noch eine Zeit lang gegen Fressfeinde verteidigt. Diese intensive Brutpflege des Milchners garantiert einen relativ hohen Bruterfolg.
Nahrung: Würmer, Insektenlarven, Kleinkrebse sowie Amphibien- und Fischlaich.
E
Edelkrebs (Flusskrebs, Rotscherenkrebs)

Familie: Astacidae
Gattung: Astacus – Art: Edelkrebs (Astacus astacus)
Durchschnittliche Länge: 15 – 18 cm
Laichzeit: Oktober – November
Kennzeichen: Der Edelkrebs besitzt mächtige Scheren mit oberseitig gekörnter Oberfläche und gelben Zahnhöckern. Die Unterseite ist meist blutrot gefärbt. Über dem Auge besitzt er eine zweiteilige Stirnleiste. Edelkrebse können bis zu 18 cm lang werden (Kopfspitze bis Schwanzende) bei einem Gewicht von 200 g und mehr. Die Weibchen bleiben deutlich kleiner (ca. 12-15 cm).
Lebensraum und Lebensweise: Vor der Einschleppung der Krebspest nach Europa war der Edelkrebs nahezu flächendeckend über die Gewässersysteme verbreitet. Heute ist sein Vorkommen auf Oberlaufbäche sowie isolierte Teiche und Baggerseen beschränkt. Die Weibchen des Edelkrebses tragen je nach Alter und Verfassung bis zu 200 Eier.
In Bayern darf der Edelkrebs vom Fischereiberechtigten für den eigenen Bedarf genutzt werden, sofern er die fischereilichen Schonbestimmungen einhält. In Teichen mit geeigneter Uferstruktur kann man Edelkrebse erfolgreich vermehren und aufziehen. Deshalb sind Besatztiere und in mäßigen Umfang auch Speisetiere im Allgemeinen auf dem Markt erhältlich.
Nahrung: Wasserpflanzen und Algen, Insektenlarven, Kleinkrebse, Schnecken, Muscheln, Würmer, Detritus.
Gefährdung: Krebspest. Seuchenereignisse treten immer wieder vor allem durch die Verschleppung der Sporen aus Gewässern mit amerikanischen Krebsarten oder durch illegales Aussetzen von Aquarienkrebsen auf. Einheimische Krebsarten haben gegen die Krebspest keinerlei Abwehrmechanismen. Außerdem Gewässerverschmutzung- und –verbauung sowie der Eintrag von Insektiziden und Feinsediment aus der Landwirtschaft.
Elritze

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Phoxinus – Art: Elritze (Phoxinus phoxinus)
Durchschnittliche Länge: 6 – 10 cm; max. 14 cm
Laichzeit: April – Juni
Kennzeichen: Die Elritze besitzt einen langgestreckten, fast zylindrischen Körper mit winzigen Schuppen. Ihr Maul ist klein und endständig. Die Seitenlinie ist unvollständig und reicht meist nur bis zur Körpermitte. Die Oberseite ist meist graugrünlich mit undeutlichen dunklen Querbinden bis zur Seitenmitte. An den Flanken befindet sich ein auffälliges silbriggoldenes Längsband. Während der Laichzeit sind die Milchner sehr bunt gefärbt. Beide Geschlechter tragen einen Laichausschlag.
Lebensraum und Lebensweise: Der karpfenartige Kleinfisch bewohnt klare, saubere und sauerstoffreiche Flüsse, Bäche und Seen der Forellenregion. Sie sind oberflächenorientierte, scheue und lebhafte Schwarmfische. Zur Laichzeit wandern sie in großen Schwärmen flussaufwärts, um an flachen, kiesigen Bereichen abzulaichen. Ihre klebrigen Eier haften am Substrat. Die lichtscheuen Larven halten sich nach dem Schlupf noch einige Tage zwischen den Steinen verborgen. Elritzen dienen Fischarten wie Forellen, Saiblingen und Rutten als Futterfisch.
Nahrung: Kleine Bodentiere, Insektenlarven und Kleinkrebse sowie Anfluginsekten.
Gefährdung: Gewässerverbau und Fragmentierung des Lebensraumes durch Querbauwerke. Verschlammung und Verlust geeigneter Gewässerstrukturen.
F
Flussbarsch (Egli)

Familie: Echte Barsche (Percidae)
Gattung: Perca – Art: Flussbarsch (Perca fluviatilis)
Durchschnittliche Länge: 20 – 35 cm, max. 50 cm
Laichzeit: März – Juni
Kennzeichen: Der Flussbarsch besitzt je nach Wohngewässer einen mehr oder weniger hochrückigen Körper mit kleinen Kammschuppen. Der Kopf besitzt eine weite endständige Maulspalte. Der hintere Rand des Kiemendeckels endet in einem kräftigen Dorn (Barschdorn). Er besitzt zwei deutlich getrennte Rückenflossen. Erste Rückenflosse mit Stachelstrahlen und schwarzem Fleck (Petrifleck); zweite Rückenflosse ohne Stachelstrahlen. Bauch-, After- und Schwanzflosse sind orangefarben bis blutrot gefärbt. Die Oberseite ist meist dunkelblaugrün. Vom Rücken gehen als auffälligstes Merkmal fünf bis neun dunkle manchmal gegabelte Querbinden aus, die bis in das hellere untere Körperdrittel reichen.
Lebensraum und Lebensweise:
Als sehr anpassungsfähige Art ist er sowohl in stehenden als auch in fließenden Gewässern weit verbreitet. Er bevorzugt Stellen mit üppiger Vegetation. Seinen Laich legt er in langen spiralartigen Schnüren an Wasserpflanzen und Wurzelwerk ab. Junge Barsche halten sich meist in Schwärmen am Grund auf. Ältere Exemplare leben eher räuberisch und als Einzelgänger. Bei geringem Nahrungsangebot oder fehlendem Raubfischbestand kommt es infolge der Überbevölkerung zur Ausbildung von Kümmerformen (Verbuttung).
Nahrung: In der Jugend Zooplankton, Wasserinsekten, Bodentiere und Fischlaich und -brut; ältere Exemplare überwiegend Fische – auch der eigenen Art.
Flussperlmuschel

Familie: Margaritiferidae
Gattung: Margaritifera – Art: Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera)
Durchschnittliche Länge: max. 15 cm
Kennzeichen: Die Flussperlmuschel besitzt eine nierenförmige, sehr dickwandige, fast schwarze Schale. Sie kann mit bis zu 140 Jahren ein außerordentlich hohes Alter erreichen. Die Zuwachsstreifen sind sehr dicht angelegt. Die gesamte Wirbelregion ist meist sehr stark zerfressen. Sehr kräftige Hauptzähne vorhanden (ein Zahn rechts, zwei links). Schild kaum ausgeprägt.
Lebensraum- und Lebensweise: Das natürliche Verbreitungsgebiet der Flussperlmuschel in Bayern erstreckt sich vom Bayerischen Wald bis ins Fichtelgebirge und ins fränkische Mittelgebirge.
Sie lebt in schnellfließenden und sauerstoffreichen, jedoch kalk- und nährstoffarmen, naturnahen Bachober- und -mittelläufen mit grobkörnigem Substrat. Halb in den Bachgrund eingegraben lebt sie in großen Gruppen – so genannten Muschelbänken.
Mit einem „Fuß“ kann sie ein Stück weit kriechen. Zur Atmung hat sie Kiemen, jedoch keine Augen, Ohren oder Nase. Über einen Mund wird Wasser aufgenommen und darin enthaltene Nahrungspartikel in einem Magen bzw. Darm verdaut, ehe das Wasser durch den After wieder ausgestoßen wird. Mit 15 bis 20 Jahren wird die Muschel geschlechtsreif. Die Larven (Glochidien) werden im Spätsommer ausgestoßen und leben parasitär im Kiemengewebe von Bachforellen. Im darauffolgenden Frühjahr verlassen die Jungmuscheln den Wirtsfisch und graben sich in das Bachsohlensubstrat ein. Hier verbringen sie ca. 4-7 Jahre im Lückensystem der Gewässersohle bis sie mit ca. 2-3 cm an die Oberfläche kommen.
Nahrung: Die Flussperlmuschel filtert winzige Schwebstoffteilchen organischer Rückstände von abgestorbenen Pflanzen und Tieren (Detritus) aus dem Wasser.
Gefährdung: Wasserbau- und Unterhaltungsmaßnahmen. Verschlechterung der Wasserqualität und Stoffeintrag aus der Landwirtschaft. Bei mehreren Gefährdungsursachen summieren sich die Effekte. Darauf kann die Muschel nicht schnell genug reagieren. Heute gibt es nur mehr 2-3 % der Flussperlmuscheln, die früher in Europa lebten.
Frauennerfling (Frauenfisch)

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Rutilus – Art: Frauennerfling (Rutilus pigus virgo)
Durchschnittliche Länge: 20 – 45 cm, max. 60 cm
Laichzeit: April – Mai
Kennzeichen: Der Frauennerfling besitzt einen gestreckten, etwas hochrückigen Körper mit großen Schuppen. Der Kopf ist auffallend klein mit unterständigem Maul. Der Körper ist metallisch bläulichgrün gefärbt, die Flossen sind gelbbräunlich bis rötlich. Der Frauennerfling kann leicht mit dem Nerfling oder dem Rotauge verwechselt werden.
Lebensraum und Lebensweise: Kommt nur in größeren Flüssen im oberen und mittleren Donaugebiet vor. Er lebt bodenorientiert, meist in großer Tiefe. Er ist ein guter Schwimmer. Zur Laichzeit werden flachere krautige Bereiche aufgesucht. Die Milchner tragen während der Laichzeit einen starken Laichausschlag an Kopf und entlang der Seiten. Die klebrigen Eier werden an Wasserpflanzen und Steinen geheftet.
Nahrung: Kleine Bodentiere wie Würmer, Insektenlarven und Kleinkrebse.
Gefährdung: Monotonisierung der Fließgewässer. Verlust geeigneter Strukturen wie Altwasser und flache Kiesbänke.
G
Giebel

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Carassius – Art: Giebel (Carassius auratus gibelio)
Durchschnittliche Länge: 15 – 25 cm, max. 45 cm
Laichzeit: Mai – Juli
Kennzeichen: Der Giebel besitzt einen seitlich zusammengedrückten, leicht hochrückigen Körperbau. Der Übergang vom Kopf zum Rücken macht einen deutlichen Knick. Das endständige Maul trägt keine Barteln. Das Bauchfell ist dunkel pigmentiert. Die Schwanzflosse ist deutlich gegabelt. Der längste Hartstrahl der Rückenflosse ist auf seiner Innenseite gesägt. Die Färbung ist silbergrau bis gelblichgrau. Große Verwechslungsgefahr besteht mit der Karausche. Im Gegensatz zu dieser ist der obere Rand der Rückenflosse eher gerade und der Schwanzstiel trägt keinen dunklen Fleck. Beim bekannten Goldfisch handelt es sich um eine Zuchtform des ostasiatischen Giebels.
Lebensraum und Lebensweise: Eingeschleppt aus der Teichwirtschaft, bewohnt er eine Vielzahl stehender und langsam fließender Gewässer mit dichter Vegetation und weichem Grund. Die Art lebt gesellig und stellt an seinen Lebensraum keine hohen Ansprüche. Im Gegensatz zur heimischen Karausche stammt der Giebel ursprünglich aus Ostasien und Sibirien. Die Rogner können sich ohne männliche Tiere durch Jungfernzeugung (Gynogenese) ungeschlechtlich fortpflanzen. Die Goldform wird oft in Gartenteichen gehalten.
Nahrung: Insektenlarven, Schnecken, Würmer sowie pflanzliche Nahrung.
Gründling
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Gobio – Art: Gründling (Gobio gobio)
Durchschnittliche Länge: 10 – 15 cm, max. 20 cm
Laichzeit: Mai – Juni
Kennzeichen: Der Gründling besitzt einen spindelförmigen Körper mit relativ großen Schuppen. In den Mundwinkeln des unterständigen Rüsselmauls sitzen zwei kurze Barteln. Der Milchner besitzt größere Brustflossen. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist das Längsband auf den Flanken, mit einer Reihe dunkel bis bläulich schimmernder, unregelmäßiger Flecken. Die Färbung variiert stark je nach Umgebung. Die Oberseite ist oft graubraun oder grünlichbraun, die Unterseite heller.
Lebensraum und Lebensweise: Schwarmbildender Grundfisch in klaren, stehenden und fließenden Gewässern mit sandigem oder kiesigem Grund. Er entkommt Fressfeinden oft, indem er sich mit dem ganzen Körper in den Untergrund eingräbt. Zur Fortpflanzungszeit tragen die Milchner einen Laichausschlag. Die Eier werden an flachen Bereichen an Steinen und Wasserpflanzen abgelegt.
Nahrung: Planktonorganismen, Insektenlarven, Fischlaich und z.T. Aas.
Gefährdung: Gewässerverschmutzung, Verschlammung.
Güster (Blicke)

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Blicca – Art: Güster (Blicca bjoerkna)
Durchschnittliche Länge: 10 – 25 cm, max. 30 cm
Laichzeit: Mai – Juni
Kennzeichen: Die Güster besitzt einen sehr hochrückigen Körper, der seitlich stark zusammengedrückt ist. Das Maul ist leicht unterständig, aber nicht so weit vorstülpbar wie bei der Brachse. Der Augendurchmesser ist größer als die Schnauzenlänge. Der Flossenansatz von Brust- und Bauchflossen ist rötlich, das Schuppenkleid silbrig. Die Spitzen der Brustflossen reichen nicht bis zum Ansatz der Bauchflossen. Der Ansatz der Afterflosse liegt etwa gegenüber dem Ende der Rückenflosse, der Außenrand ist weniger eingebuchtet als bei der Brachse.
Lebensraum und Lebensweise: Bewohnt Seen, Altwässer, Stauräume und langsam fließende Flüsse und Bäche der Brachsenregion. Sie lebt meist bodenorientiert und gesellig in kleinen Schwärmen. Häufig mit der Brachse vergesellschaftet. Hier kann es zur Kreuzung der Arten kommen. Die Art stellt keine besonderen Ansprüche an den Lebensraum. Das Ablaichen erfolgt unter regem Geplätscher, meist in Schwärmen an seichten, pflanzenbestandenen Uferbereichen. Die klebrigen Eier werden auf Wasserpflanzen abgelegt. Zur Fortpflanzungszeit tragen die Milchner einen feinen Laichausschlag. Zur Winterruhe ziehen sie sich an tiefere Stellen des Gewässers zurück.
Nahrung: Insektenlarven, Würmer, kleine Muscheln, Schnecken und Planktonorganismen.
H
Hasel

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Leuciscus – Art: Hasel (Leuciscus leuciscus)
Durchschnittliche Länge: 20 – 30 cm
Laichzeit: März – Mai
Kennzeichen: Der Hasel besitzt einen spindelförmigen, seitlich kaum abgeflachten Körper mit kleinem Kopf und unterständigem Maul. Die Afterflosse ist eingebuchtet. Das Schuppenkleid ist silbriggrau. Die paarigen Flossen und die Afterflosse sind gelblich bis hellorange. Er kann leicht mit dem Aitel verwechselt werden.
Lebensraum und Lebensweise: Er bevorzugt schnellströmende, kühle und saubere Wasserläufe in der Barben- und Äschenregion. Als geselliger Oberflächenfisch, gilt er als einer der besten Schwimmer unter den Karpfenfischen. Zur Laichzeit trägt der Milchner einen feinkörnigen Laichausschlag am ganzen Körper. Das Ablaichen geschieht im Flachwasser an sandigen oder kiesigen Stellen. Die Eier haften an Pflanzenteilen und Steinen.
Nahrung: Plankton, Insektenlarven, Würmer, Schnecken, Anfluginsekten sowie gelegentlich Pflanzenteile.
Gefährdung: Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen, Verschlammung.
Hecht

Familie: Hechte (Esocidae)
Gattung: Esox – Art: Hecht (Esox lucius)
Durchschnittliche Länge: 50 – 80 cm, Rogner deutlich größer: 70 – 140 cm
Laichzeit: Februar – Mai
Kennzeichen: Der Hecht besitzt einen torpedoförmigen Körperbau mit weit nach hinten verlagerter Rückenflosse. Der Kopf ist flach mit großen Augen. Das Maul ist entenschnabelförmig mit weiter Mundspalte. Im Unterkiefer sitzen mehrere kräftige, sehr scharfe Fangzähne. Die Zähne im Oberkiefer sind zurückklappbar und machen ein Entkommen der Beute fast unmöglich. Hechte besitzen kleine Schuppen, die Seitenlinie ist mehrfach unterbrochen. Die Färbung variiert je nach Wohngewässer von gelbgrün über oliv bis bräunlich, mit helleren Flecken oder Querstreifen. Der Bauch ist weißlich. Junghechte sind meist intensiv grün mit grünlich-gelber Marmorierung (Grashechte).
Lebensraum und Lebensweise: Er bevorzugt Ufergebiete langsam fließender und stehender Gewässer mit kiesigem Unterstand. Als standorttreuer Einzelgänger steht er regungslos zumeist versteckt zwischen Wasserpflanzen und wartet auf vorbeischwimmende Beute. Diese wird durch blitzschnelles Vorstoßen gepackt. Die extrem weit hinten liegende Rückenflosse bildet zusammen mit After- und Schwanzflosse eine besonders große, schuberzeugende Fläche. Zur Laichzeit werden die Eier über seichten, pflanzenbestandenen Uferbereichen, überschwemmten Wiesen oder in Gräben abgelegt. Die geschlüpften Larven haften mit Hilfe von Klebdrüsen an den Pflanzen, bis der Dottersackvorrat aufgebraucht ist.
Nahrung: Fische (auch der eigenen Art), Frösche, kleinere Säugetiere und junge Wasservögel.
Gefährdung: Fehlende Laichmöglichkeiten v.a. durch den Verlust natürlicher Überschwemmungsflächen.
Huchen

Familie: Forellenfische (Salmonidae)
Gattung: Hucho – Art: Huchen (Hucho hucho)
Durchschnittliche Länge: 50 – 100 cm, max. 150 cm
Laichzeit: März – Mai
Kennzeichen: Der Huchen hat einen langgestreckten, im Querschnitt fast drehrunden Körper. Der Kopf ist lang mit abgeflachter weiter Maulspalte. Alle Flossen sind relativ klein und ohne Bepunktung. Er besitzt eine Fettflosse. Der Körper ist graubraun bis grünlich-grau gefärbt. Die Flanken sind kupferfarben und mit kleinen schwarzen Punkten gesprenkelt.
Lebensraum und Lebensweise: Bevorzugt schnellfließende, kühle und sauerstoffreiche Fließgewässer der Äschen- und Barbenregion. Als Standplätze werden meist tiefe und schattige Stellen wie z.B. Uferunterhöhlungen oder tiefe Gumpen, unter Brücken oder hinter Wehren, aufgesucht. Huchen sind standorttreue, einzelgängerische Räuber. Zur Laichzeit ziehen die Tiere flussaufwärts und legen die Eier in selbstgeschlagenen Gruben ab. Er kam ursprünglich nur im Donaueinzugsgebiet vor und wird deshalb auch Donaulachs genannt.
Nahrung: In der Jugend Kleintiere, später hauptsächlich Fische.
Gefährdung: Gewässerverschmutzung, Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen. Zerstörung der Laichplätze und Jungfischhabitate u.a. durch Kiesabbau in den Flussbetten und Mangel an Geschiebe. Fehlen an geeigneten Gewässerstrukturen, Nahrungsengpässe durch Rückgang der Beutefische.
K
Karausche

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Carassius – Art: Karausche (Carassius carassius)
Durchschnittliche Länge: 15 – 30 cm, max. 40 cm
Laichzeit: Mai – Juni
Kennzeichen: Die Karausche besitzt einen gedrungenen, seitlich abgeflachten und hochrückigen Körper. Der Kopf ist relativ klein mit endständigen, schräg nach oben gerichtetem Maul ohne Barteln. Der Übergang des Kopfes zum Rücken verläuft im Gegensatz zum Giebel fließend – ebenso ist das Bauchfell der Karausche nicht wie beim Giebel dunkel pigmentiert. Die hohe und lange Rückenflosse besitzt einen nach außen gewölbten Rand, sowie meist einen dunklen Fleck an der Schwanzwurzel. Die Schwanzflosse ist nur leicht eingebuchtet. Das Schuppenkleid ist gelbbraun mit Messingglanz. Es besteht große Verwechslungsgefahr mit dem Giebel, der die Karausche auch häufig verdrängt.
Lebensraum und Lebensweise: Schwarmfisch, der bevorzugt in stehenden, warmen und pflanzenreichen Gewässern (Auegewässer) vorkommt. Sie ist eine ausgesprochen widerstandsfähige Art, die selbst ein Trockenfallen des Gewässers ebenso wie ein Durchfrieren im Winter übersteht. Hierzu gräbt sie sich in den schlammigen Boden ein. In der Laichzeit werden die klebrigen Eier im Flachbereich an Wasserpflanzen abgelegt. Bei hoher Bestandsdichte und Nahrungsmangel trifft man eine Kümmerform, die sogenannte Stein- oder Teichkarausche an. Eine Kreuzung von Karpfen und Karausche, die sogenannte Karpfkarausche, ist möglich.
Nahrung: Wirbellose Kleintiere und Wasserpflanzen.
Gefährdung: Verlust von Kleingewässern, speziell Auegewässern. Verdrängung durch den Giebel.
Kaulbarsch

Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Gattung: Gymnocephalus – Art: Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua)
Durchschnittliche Länge: 10 – 15 cm, max. 25 cm
Laichzeit: März – Mai
Kennzeichen: Der Kaulbarsch besitzt einen gedrungenen etwas hochrückigen Körper. Der Kopf ist kurz und dreieckig mit stumpfer Schnauze und eher kleinem, zahnlosem Maul. Der Körper ist mit Kammschuppen bedeckt. Er besitzt im Gegensatz zum Zander zwei deutlich zusammenhängende Rückenflossen, deren erste mit kräftigen Stachelstrahlen bewehrt ist. Bauch- und Afterflosse besitzen ebenfalls Stachelstrahlen. Die Kiemendeckel enden in einem langen Dorn. Körper, Schwanz- und Rückenflosse sind schwarz gesprenkelt. Die Färbung ist braungelb bis braungrün mit messingfarbenem Glanz.
Lebensraum und Lebensweise: Kommt vor allem in der Barben- und Brachsenregion größerer Fließgewässer, in stehenden Gewässern aber auch häufig im Brackwasser vor. Er ist ein geselliger, oft in Scharen lebender Bodenfisch. Als kleiner Vertreter der Barschfamilie werden die Eier an flachen Uferstellen in Form gallertartiger Schnüre abgelegt. Bei hohen Bestandsdichten oder geringem Nahrungsangebot kommt es zum Zwergwuchs (Verbuttung).
Nahrung: Insektenlarven, Würmer, Schnecken, Muscheln, Flohkrebse und auch Fischlaich.
L
Lachs

Familie: Forellenfische (Salmonidae)
Gattung: Salmo – Art: Atlantischer Lachs (Salmo salar)
Durchschnittliche Länge: 50 – 100 cm, Milchner größer max. 150 cm
Laichzeit: Oktober – Dezember
Kennzeichen: Der Atlantische Lachs besitzt einen schlanken, langgestreckten Körper mit spitzer Schnauze. Auffallend ist der schlanke Schwanzstiel mit deutlichem Ansatz der eingeschnittenen (konkaven) Schwanzflosse. Er besitzt eine Fettflosse. Die Körperfärbung ist silbrig glänzend. Große Verwechslungsgefahr besteht mit der Meerforelle. Zur Laichzeit ist der Unterkiefer des Milchners stark nach oben gekrümmt (Laichhaken). In Bayern ist der Lachs ausgestorben und war nur im Maineinzugsgebiet heimisch. Trotz vieler Wiederansiedlungsprojekte ist dem Lachs heutzutage der Zugang zu vielen Laichgewässern durch Querbauwerke versperrt.
Lebensraum und Lebensweise: Lachse leben in ihrer Jugend in rasch fließenden, sauerstoffreichen Bächen und Flüssen. Als anadromer Wanderfisch, zieht er im Herbst zur Fortpflanzung vom Meer ins Süßwasser und steigt bis in den Oberlauf der Gewässer auf. Ausgerüstet mit vielen Fettreserven haben die Laichtiere oft viele Hindernisse zu überwinden. Sie überspringen so manches Hindernis; Wasserfälle bezwingen sie, indem sie den Sprung durch rasche Schwanzschläge in der reißenden Strömung fortsetzen. Die Eier werden auf überströmten Kiesbänken in einer vom Rogner geschlagenen Laichgrube abgelegt und vom Milchner besamt. An den Laichplätzen spielen sich oft heftige Rivalenkämpfe um die Rogner ab; auch müssen Laichräuber vertrieben werden. Der Laich wird mit Kies bedeckt. Die Mehrzahl der Elterntiere stirbt nach dem Laichgeschäft. Nach dem Schlupf entwickeln sich Eier und Jungtiere im Kieslückensystem. Die Junglachse bleiben noch etwa 2 – 3 Jahre im Süßwasser und wandern dann ins Meer ab. Dabei nehmen sie eine silbrige Färbung an. Nach 1 – 4 Jahren im Meer kehrt der Lachs zur Fortpflanzung wieder in die Heimatgewässer zurück.
Nahrung: Im Süßwasser: Zooplankton, Insektenlarven und Anflugnahrung. Im Meer: Fische und Krebse.
Gefährdung: Fehlende Durchgängigkeit für stromauf-, als auch stromabwärts gerichtete Wanderungen. Verlust geeigneter Laichplätze. Legale und illegale Fischerei im Meer und den Unterläufen der Flüsse.
Laube (Ukelei)

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Alburnus – Art: Ukelei (Alburnus alburnus)
Durchschnittliche Länge: 10 – 20 cm, max. 25 cm
Laichzeit: April – Juni
Kennzeichen: Die Laube besitzt einen schlanken, langgestreckten Körper mit oberständigem Maul und steil nach oben gerichteter Maulspalte. Die Afterflosse beginnt unter dem Ende der Rückenflosse und ist deutlich länger als diese. Die Bauchkante zwischen Bauch- und Afterflosse ist nicht beschuppt. Während der Laichzeit tragen die Milchner einen sehr feinkörnigen Laichausschlag. Entlang der Seiten, oberhalb der Seitenlinie verläuft ein goldbraun schimmernder Längsstreifen. Bauch und Seiten sind silbrig glänzend, der Rücken ist graugrünlich bis messingfarben gefärbt.
Lebensraum und Lebensweise: Bewohnt langsam fließende und stehende Gewässer der Barben- und Brachsenregion. Lebt im Schwarm meist in Ufernähe und hält sich gerne dicht unter der Wasseroberfläche auf um auf Insekten zu lauern. Sie ist ein wichtiger Futterfisch für Raubfische. Beim Ablaichen im flachen Uferbereich werden die klebrigen Eier an Steinen, Wurzelwerk und Wasserpflanzen abgelegt. Früher wurde aus den in den Schuppen eingelagerten Guaninkristallen das sogenannte „Fischsilber“ gewonnen.
Nahrung: Anfluginsekten, Zooplankton und Insektenlarven.
M
Mairenke (Seelaube, Schiedling)

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Alburnus – Art: Mairenke (Chalcalburnus chalcoides)
Durchschnittliche Länge: 15 – 25 cm; Max: 35 cm
Laichzeit: Mai – Juni
Kennzeichen: Die Mairenke besitzt einen schlanken, langgestreckten Körper. Das Maul ist oberständig und steil nach oben gerichtet. Sie ähnelt in Körperbau und Färbung sehr der Renke, hat jedoch keine Fettflosse, da sie zur Familie der Karpfenfische gehört. Das Schuppenkleid ist auf der Rückenpartie grüngrau gefärbt, die Seiten sind silbrig. Die Afterflosse ist deutlich länger als die Rückenflosse.
Lebensraum und Lebensweise: Sie lebt in klaren und nährstoffarmen Seen und Flüssen des Donaugebiets. Lebhafter Schwarmfisch. Die laichreifen Tiere wandern in großen Scharen flußaufwärts. Die Seebewohner laichen über flachen, kiesigen Stellen entweder im See selbst oder in den Zu- und Abflüssen. Die Milchner tragen zur Laichzeit einen Laichausschlag.
Nahrung: Plankton, Insektenlarven und Anfluginsekten.
Gefährdung: Gewässerverschmutzung und fehlende Laichmöglichkeiten.
Moderlieschen

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Leucaspius – Art: Moderlieschen (Leucaspius delineatus)
Durchschnittliche Länge: 5 – 8 cm, max. 10 cm
Laichzeit: April – Mai
Kennzeichen: Das Moderlieschen besitzt einen schlanken und langgestreckten Körper. Das Maul ist oberständig und steil nach oben gerichtet. Charakteristisch ist die unvollständige, max. über zwölf Schuppen reichende Seitenlinie. Die Bauchschuppen zwischen Bauch- und Afterflosse sind gekielt. Sie besitzt ein silbriges Schuppenkleid mit grünlicher Rückenpartie. Oberhalb der unvollständigen Seitenlinie befindet sich ein mehr oder weniger deutlicher, bläulich schimmernder Längsstreifen. Die Afterflosse ist relativ lang. Sämtliche Flossen erscheinen transparent. Verwechslungsgefahr besteht mit der Laube.
Lebensraum und Lebensweise: Bevorzugt stehende und langsam fließende Gewässer mit reichlich Pflanzenbewuchs. Kann selbst in kleinen Tümpeln und Gräben vorkommen. Das Moderlieschen ist ein oberflächenorientierter Schwarmfisch, der sich bevorzugt zwischen den Wasserpflanzen der Uferzone aufhält. Zur Laichzeit besitzt der Rogner eine kurze Legeröhre, womit die klebrigen Eier in langen Bändern vor allem an Pflanzenstängel angeheftet werden. Der Milchner betreibt Laichpflege und umsorgt die Eier.
Nahrung: Tierisches- und pflanzliches Plankton und Anfluginsekten.
Gefährdung: Verlust von Altarmen bzw. Auegewässern.
Mühlkoppe (Groppe, Koppe)

Familie: Groppen (Cottidae)
Gattung: Cottus – Art: Groppe (Cottus gobio)
Durchschnittliche Länge: 10 – 15 cm
Laichzeit: Februar – Mai
Kennzeichen: Die Mühlkoppe besitzt einen schuppenlosen, keulenförmigen Körper mit großem Kopf, breitem Maul und endständiger Maulspalte. Sie hat große Brustflossen, zwei miteinander verbundene Rückenflossen, brustständige Bauchflossen und keine Schwimmblase. Die Kiemendeckel tragen je einen kräftigen Dorn. Die Färbung ist stark vom Wohngewässer abhängig. Meist ist die Oberseite gräulich, ocker oder braun, mit unregelmäßigen Flecken. Die Bauchseite ist heller.
Lebensraum und Lebensweise: Der wenig bewegliche Kleinfisch bewohnt klare, sauerstoffreiche Fließgewässer und Seen mit steinigem bis sandigem Grund. Typischer Begleitfisch der Forellenregion. Passt sich in der Farbgebung dem Untergrund perfekt an. Sie ist ein überwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Bodenfisch. Auffällig ist die robbende Fortbewegungsweise auf den kräftigen Brustflossen. Zur Laichzeit legt der Rogner die Eier entweder in einer vom Milchner vorbereiteten Laichgrube oder an der Unterseite eines hohlliegenden Steins in Klumpen ab. Der Milchner betreibt Brutpflege.
Nahrung: Insektenlarven, Bachflohkrebse, Fischlaich und –brut.
Gefährdung: Gewässerbau- und Unterhaltungsmaßnahmen. Querbauwerke, Gewässerverschmutzung (Abwassereinleitung, Nährstoffeintrag, Verschlammung). Verlust der Strukturvielfalt.
N
Nase

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Chondrostoma – Art: Nase (Chondrostoma nasus)
Durchschnittliche Länge: 25 – 50 cm, max. 65 cm
Laichzeit: März – Mai
Kennzeichen: Die Nase besitzt einen spindelförmigen Körper mit stumpfer, weit vorstehender Schnauze. Die Unterlippe des unterständigen Mauls besitzt einen hornigen Überzug mit scharfkantigem Rand. Der Rücken ist graugrünlich, die Seiten silbrig und der Bauch weiß gefärbt. Alle Flossen sind, bis auf die Rückenflosse, rötlich. Zur Laichzeit sind die Farben ausgeprägter. Beide Geschlechter zeigen einen Laichausschlag, der jedoch beim Milchner ausgeprägter ist.
Lebensraum und Lebensweise: Sie bewohnt schnell fließende Gewässer der Barben- und Äschenregion. In Seen ist sie selten anzutreffen. Die Nase ist ein bodennaher Schwarmfisch. Sie schabt die Nahrung mit ihrem scharfkantigen Maul von Steinen des Untergrundes ab. Zum Laichen zieht sie in Schwärmen in die Flussoberläufe. Das Ablaichen findet an sehr seichten und stark strömenden Stellen mit kiesigem bis grobsteinigen Grund statt. Die klebrigen Eier haften an den Steinen.
Nahrung: Kleintiere und Algen.
Gefährdung: Fischfressende Vögel wie Kormoran und Gänsesäger, Fehlen von Laichplätzen und Jungfischhabitaten, Wanderbarrieren.
Nerfling (Aland)

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Leuciscus – Art: Nerfling (Leuciscus idus)
Durchschnittliche Länge: 30 – 50 cm
Laichzeit: März – Mai
Kennzeichen: Der Nerfling besitzt einen etwas hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper mit kleinem Kopf. Die Maulspalte ist schmal, endständig und leicht nach oben gerichtet. Die Iris ist meist goldgelb gefärbt. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem Aitel. Dieser hat jedoch eine deutlich schlankere Kopfform und eine tiefere Maulspalte, die bis zum Auge reicht. Rotauge und Rotfeder besitzen deutlich größere Schuppen. Der Frauennerfling hat ein unterständiges Maul und viel größere Schuppen. Das Schuppenkleid ist silbrig, der Rücken ist grünlichgrau bis bläulichgrau. Brust-, Bauch- und Afterflosse sind rötlich. Zur Laichzeit zeigen beide Geschlechter einen Messingglanz an den Flanken. Der Milchner besitzt einen Laichausschlag.
Lebensraum und Lebensweise: Er bewohnt die Barben- und Brachsenregion, also die Unterläufe mittlerer und größerer Fließgewässer sowie Seen. Während des Jahres lebt er in kleinen Schwärmen und hält sich bevorzugt nahe der Wasseroberfläche manchmal auch in Grundnähe auf. Zur Fortpflanzung zieht der Nerfling in Schwärmen in die Flussoberläufe. Die klebrigen Eier werden auf Steinen oder Wasserpflanzen abgelegt. Eine orangefarbene Varietät ist die Goldorfe, die als Zierfisch gezüchtet wird.
Nahrung: Als Jungfische tierisches und pflanzliches Plankton, später Würmer, Kleinkrebse, Schnecken, Insektenlarven und kleine Fische.
Gefährdung: Gewässerverbau und Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen. Verlust der Laichplätze.
P
Perlfisch

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Rutilus – Art: Perlfisch (Rutilus meidingerii)
Durchschnittliche Länge: 45 – 55 cm, max. 75 cm
Laichzeit: April – Mai
Kennzeichen: Der Perlfisch besitzt einen schlanken, im Querschnitt fast drehrunden Körper. Der Rücken ist graubraun gefärbt, die Flanken schimmern silbrig. Das Maul ist eher klein und leicht unterständig. Die Schuppen sind klein. Die Schwanzflosse ist auffällig tief gegabelt und der Schwanzstiel relativ schlank. Er gehört zu den großwüchsigen Cypriniden.
Lebensraum und Lebensweise: Er lebt in kleinen Schwärmen in einigen Seen sowie deren Zu- und Abflüssen im Einzugsgebiet der oberen Donau in Bayern und Österreich. Während der wärmeren Jahreszeit hält er sich gerne in Ufernähe auf. Dort mischt er sich gerne unter die Schwärme von Aitel und Brachsen. Während der Wintermonate zieht sich der Perlfisch in tiefere Gewässerregionen zurück. Während der Laichzeit ziehen die Fische in Schwärmen in die Zu-, aber auch Abflüsse der Seen. Die Milchner tragen während der Laichzeit einen auffälligen und grobkörnigen Laichausschlag. Besonders viele Laichwarzen sitzen im Kopfbereich, speziell auf der Schnauze.
Nahrung: Insektenlarven, Schnecken, Kleinkrebse, Muscheln.
Gefährdung: Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen und fischfressende Vögel.
R
Rapfen (Schied)
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Aspius – Art: Rapfen (Aspius aspius)
Durchschnittliche Länge: 40 – 80 cm
Laichzeit: April – Juni
Kennzeichen: Der Schied besitzt einen schlanken, langgestreckten und seitlich abgeflachten Körper. Der Kopf ist spitz zulaufend mit weiter leicht oberständiger Maulspalte, die bis unter das Auge reicht. Der kräftige Unterkiefer ist verdickt und besitzt einen „Höcker“ der in die Kerbe im etwas längeren Oberkiefer passt. Augen und Schuppen sind vergleichsweise klein. Die Afterflosse ist deutlich eingebuchtet. Der Außenrand der Rücken- und Afterflosse ist beim Rapfen im Gegensatz zum Aitel immer nach innen gewölbt. Das Schuppenkleid ist silbrig und hat einen gelblich-grünen Schimmer. Obwohl der Rapfen zur Familie der Karpfenfische gehört und keine Zähne hat, ist er ein echter Raubfisch.
Lebensraum und Lebensweise: Er bewohnt größere Fließgewässer der Barbenregion und durchströmte Seen. Als Jungfisch lebt er eher gesellig, im Alter als Einzelgänger. Zur Fortpflanzung trägt der Milchner einen Laichausschlag. Die Eier werden über stark überströmten, kiesigen Stellen abgelegt und entwickeln sich zunächst im Kieslückensystem.
Nahrung: Kleintiere, später Fische und gelegentlich auch Frösche, Mäuse und kleine Vögel.
Gefährdung: Gewässerverbau, Monotonisierung und Verschlammung. Verlust der Laichplätze.
Regenbogenforelle

Familie: Forellenfische (Salmonidae)
Gattung: Oncorhynchus – Art: Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss)
Durchschnittliche Länge: 25 – 60 cm, max. 75 cm
Laichzeit: Oktober – Mai (je nach Stamm)
Kennzeichen: Die Regenbogenforelle besitzt einen spindelförmigen Körper mit stumpfer Schnauze und weiter Maulspalte. Sie besitzt eine Fettflosse. Der Rücken ist bräunlich bis oliv, die Seiten sind heller gefärbt. Charakteristisch sind die vielen kleinen dunklen Tupfen auf Kopf, Körper, Rücken-, Fett- und Schwanzflosse sowie das rosa schillernde Längsband auf den Körperseiten. Eine natürliche Fortpflanzung der Regenbogenforelle in unseren Gewässern ist zwar nachgewiesen findet jedoch eher selten statt.
Lebensraum und Lebensweise: Sie wurde um 1880 aus Nordamerika eingeführt. Sie liebt klare, kühle und sauerstoffreiche Fließgewässer, ist jedoch gegenüber höheren Temperaturen und geringerem Sauerstoffgehalt unempfindlicher als die Bachforelle. Deshalb und aufgrund der Schnellwüchsigkeit ist sie ein beliebter Fisch in der Teichwirtschaft.
Nahrung: Insektenlarven, Bachflohkrebse, Anfluginsekten und Fische.
Renke (Maräne, Felchen)

Familie: Coregonidae
Gattung: Coregonus
Durchschnittliche Länge: 25 – 45 cm, max. 70 cm
Laichzeit: November – Januar (Alpenseepopulation)
Kennzeichen: Die einzelnen Vertreter der Renkenfamilie sind anhand ihrer äußeren Merkmale kaum zu unterscheiden. Einen Anhaltspunkt liefert die durchschnittliche Anzahl der Kiemenreusendornen einer Population. Gemeinsames Merkmal dieser heringsähnlichen Fische ist jedoch die kleine Fettflosse. Der Körper ist langgestreckt und seitlich zusammengedrückt. Der Kopf ist klein mit je nach Ökotyp endständiger oder unterständiger Maulspalte. Das Auge ist groß mit tropfenförmiger Pupille, deren Spitze nach vorne zeigt. Die Schwanzflosse ist tief eingeschnitten. Der Rücken ist bläulichgrün bis dunkelgrün, die Seiten und der Bauch sind silbrigweiß.
Lebensraum und Lebensweise: Stationäre Populationen bewohnen größere, nährstoffarme und klare Alpen- und Voralpenseen. Man kann hier zwei ökologische Formen unterscheiden: eher kleinwüchsige Schwebrenken und großwüchsige Bodenrenken. Erstere halten sich im Freiwasser auf und filtern mit Hilfe ihrer Kiemenreusendornen Planktontiere aus dem Wasser. Letztere halten sich überwiegend in Grundnähe auf und fressen Kleintiere des Gewässerbodens. Die Milchner bilden während der Laichzeit einen deutlichen Laichausschlag aus. Nach dem Ablaichen im Freiwasser oder über ufernahen Sand- oder Geröllboden, sinken die Eier zu Boden.
Nahrung: Plankton bzw. Insektenlarven, Würmer und Schnecken.
Gefährdung: Gewässerverschmutzung. Überfischung und Fraßdruck durch Vögel. Eingeschränktes Verbreitungsgebiet.
Rotauge

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Rutilus – Art: Rotauge (Rutilus rutilus)
Durchschnittliche Länge: 15 – 20 cm, max: 40 cm
Laichzeit: April – Mai
Kennzeichen: Das Rotauge besitzt einen, je nach verfügbaren Nahrungsangebot im Gewässer abhängigen, mehr oder weniger hochrückigen Körper. Das Maul ist klein und endständig; die Maulspalte reicht bis zum Auge zurück. Die Schuppen sind relativ groß. Die Iris ist gelbrot. Die Rückenflosse beginnt senkrecht über dem Bauchflossenansatz. Die Bauchseite zwischen Bauch- und Afterflosse ist gerundet, nicht gekielt. Die Färbung der Flossen ist sehr variabel, meist jedoch orange. Die Färbung ist oft silbergrau mit gelblichem Schimmer und grüngrauer Rückenpartie. Große Verwechslungsgefahr besteht mit der Rotfeder.
Lebensraum und Lebensweise: Schwarmfisch, der stehende und langsam fließende Gewässer bewohnt. Das Rotauge ist sehr anpassungsfähig und stellt keine besonderen Ansprüche an Lebensraum und Wasserqualität. Zur Laichzeit entwickelt der Milchner einen feinkörnigen Laichausschlag. Das Ablaichen erfolgt in Gruppen im Flachwasserbereich an Pflanzen, Wurzeln oder Steinen. Nach dem Schlupf heften sich die Larven, mit ihren am Kopf befindlichen Klebedrüsen, an Substrat fest, bis der Dottersackvorrat aufgebraucht ist. Kreuzungen mit anderen karpfenartigen Fischen wie Rotfeder, Brachse oder Laube sind möglich. Bei ungünstiger Nahrungssituation kommt es zur Massenentwicklung und zum Zwergwuchs (Verbuttung). Sie ist ein wichtiger Futterfisch für Raubfische.
Nahrung: Zooplankton, Würmer, Schnecken, Muscheln, Kleinkrebse, Insektenlarven und Wasserpflanzen.
Rotfeder

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Scardinius – Art: Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)
Durchschnittliche Länge: 20 – 30 cm
Laichzeit: April – Mai
Kennzeichen: Die Rotfeder besitzt einen hochrückigen, kompakten Körper. Das Maul ist deutlich oberständig mit schräg nach oben stehender Maulspalte. Die Iris ist mehr oder weniger gelblich. Die Rückenflosse beginnt im Gegensatz zum Rotauge deutlich hinter dem Bauchflossenansatz. Die Flossen sind hellrot bis kräftig rot gefärbt. Die großen Schuppen bilden an der Bauchseite zwischen Bauch- und Afterflosse einen dachziegelartigen Kiel. Die Färbung ist grausilbrig bis messingfarben glänzend. Verwechslungsgefahr besteht mit dem Rotauge.
Lebensraum und Lebensweise: Schwarmfisch, der stehende oder langsam fließende Gewässer mit reichlich Pflanzenbewuchs bewohnt. Sie hält sich gerne in Ufernähe und in Oberflächennähe auf. Zur Laichzeit tragen die Milchner einen feinkörnigen Laichausschlag. Die klebrigen Eier werden an flachen, vegetationsreichen Stellen abgelegt. Nach dem Schlupf heften sich die Larven mit ihren am Kopf befindlichen Klebedrüsen an Substrat fest, bis der Dottersackvorrat aufgebraucht ist. Kreuzungen mit anderen karpfenartigen Fischen wie Rotfeder, Brachse oder Laube sind möglich.
Nahrung: Weichblättrige Wasserpflanzen, Algen sowie Würmer, Insektenlarven, Schnecken und Anflugnahrung.
Rußnase (Zährte)

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Vimba – Art: Zährte (Vimba vimba)
Durchschnittliche Länge: 30 – 40 cm
Laichzeit: Mai – Juli
Kennzeichen: Die Rußnase besitzt einen langgestreckten, seitlich abgeflachten Körper. Das Maul ist stark unterständig, vorstülpbar und hufeisenförmig gebogen. Charakteristisch ist die dunkle kegelförmige und nasenartig vorragende Schnauze. Die Afterflosse der Rußnase ist vergleichsweise lang, die der Nase hingegen kurz. Das Schuppenkleid ist an der Oberseite dunkelgrau bis bläulichgrau, ebenso wie die Schnauze („Rußnase“). Die Seiten sind silbrig, der Bauch ist silbrigweiß. Brust-, Bauch-, und Afterflossen sind blassgelb und an der Basis orangegelb. Zur Laichzeit tragen beide Geschlechter ein Hochzeitskleid und einen feinkörnigen Laichausschlag, der den ganzen Körper bedecken kann. Färbung und Laichausschlag ist allerdings beim Milchner deutlicher ausgeprägt. In südbayerischen Seen kommt eine eigene Art, der sog. „Seerüßling“ vor.
Lebensraum und Lebensweise: Sie lebt als bodennaher Schwarmfisch vor allem in der Brachsen- und Barbenregion. Es kommen sechs verschiedene geografische Rassen in den mittleren Abschnitten und Unterläufen größerer Flüsse sowie in einigen Seen vor. Diese bilden sowohl stationäre als auch wandernde Populationen aus. Während der Laichzeit zieht sie in großen Schwärmen, weite Strecken die Flüsse hinauf. Dort laicht sie über steinig-kiesigem Grund ab. Die klebrigen Eier werden an flachen, kiesigen oder pflanzenbestandenen Stellen abgelegt und haften am Substrat.
Nahrung: Schnecken, Würmer, Insektenlarven und Kleinkrebse.
Gefährdung: Gewässerverbau und Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen. Verlust der Laichplätze.
Rutte (Quappe, Trüsche, Aalrutte)

Familie: Dorsche (Gadidae)
Gattung: Lota – Art: Quappe (Lota lota)
Durchschnittliche Länge: 30 – 60 cm, max. 90 cm
Laichzeit: November – März
Kennzeichen: Die Rutte besitzt einen spindelförmigen Körper mit breitem Kopf. Die Maulspalte ist weit und leicht unterständig. Eine Bartel am Kinn weist sie als den einzigen Vertreter der Dorschfamilie im Süßwasser aus. Zwei kurze Hautlappen sitzen an den Nasenöffnungen. Die Bauchflossen sind kehlständig. Sie besitzt zwei getrennte Rückenflossen und eine lange Afterflosse. Die Schwanzflosse ist abgerundet. Der Körper ist mit kleinen, zarten Schuppen bedeckt. Das perfekt an den Untergrund angepasste Schuppenkleid ist auf dem Rücken graugrün, oliv oder braun gefärbt mit dunkler Marmorierung. Die Unterseite ist grauweiß gefärbt.
Lebensraum und Lebensweise: Sie bewohnt kühle, klare und sauerstoffreiche Still- und Fließgewässer. Die Nahrungsaufnahme erfolgt vor allem in der Dämmerung und nachts sowie vor allem in der kalten Jahreszeit. Im Sommer hält sie bisweilen längere Ruhephasen. Zur Laichzeit zieht sie häufig stromaufwärts und laicht über sandig-kiesigen Stellen ab. Die Eier enthalten ein großes Ölkügelchen im Dotter, so dass sie leicht verdriftet werden können.
Nahrung: In der Jugend: Kleintiere wie Wasserasseln und Insektenlarven, später Laich sowie Fische und Frösche.
Gefährdung: Gewässerverschmutzung. Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen. Mangel an geeigneten Gewässerstrukturen. Als Nahrungskonkurrent kann der Aal Einfluss auf die Ruttenpopulation haben.
S
Schlammpeitzger
Familie: Schmerlen (Cobitidae)
Gattung: Schlammpeitzger – Art: Europäischer Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis)
Durchschnittliche Länge: 15 – 30 cm
Laichzeit: April – Juni
Kennzeichen: Der Schlammpeitzger besitzt einen walzenförmigen, vorn fast drehrunden, hinten seitlich zusammengedrückten Körper. Das kleine, unterständige Maul ist von zehn Barteln umgeben. Dabei sitzen sechs längere am Oberkiefer, vier kürzere am Unterkiefer. Die vorderen Nasenöffnungen sind röhrenartig verlängert. Die Haut besitzt eine dicke Schleimschicht und sehr kleine Schuppen. Die Schwanzflosse ist abgerundet. Die Brustflossen sind beim Milchner etwas länger als beim Rogner und spitz zulaufend. Die Färbung ist gelbbraun mit dunkelbraunen Längsbändern und vielen kleinen dunklen Punkten. Die Bauchseite ist ockergelb bis orangefarben. Es fehlen die für Schmerlen typischen ausklappbaren Augendorne.
Lebensraum und Lebensweise: Bewohnt flache, stehende oder langsam fließende Gewässer mit Schlammgrund. Er ist ein zählebiger, vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Bodenfisch, der sich tagsüber meist zwischen Wasserpflanzen oder im weichen Untergrund verborgen hält. Als hervorragende Anpassung an extreme Bedingungen eutropher Gewässer, wie Austrocknung, Sauerstoffmangel und Faulschlammbildung ist beim Schlammpeitzger neben der Kiemenatmung die Haut- und Darmatmung besonders stark ausgeprägt. Für die Darmatmung steigt er an die Wasseroberfläche um Luft zu schlucken. Diese wird nach der Sauerstoffaufnahme über die Darmschleimhaut durch die Afteröffnung wieder ausgeschieden. Den Winter, sowie ein Trockenfallen des Gewässers überlebt er bis zu einem halben Meter tief eingegraben im Schlamm. In dieser Art Dauerschlaf mit verringerten Lebensfunktionen kann er bis zu einem Jahr ausharren. Auffallend ist sein Verhalten auf rasche oder starke Änderungen des Luftdrucks, wie es oft bei Gewittern der Fall ist. Hier ist er auch bei Tage sehr aktiv und steigt häufig an die Wasseroberfläche. Dieses Verhalten hat ihm den Beinamen „Wetterfisch“ eingebracht. Die Eier werden portionsweise abgelegt und haften an Wasserpflanzen oder Wurzeln. Die ausschlüpfenden Larven besitzen, wohl als Anpassung an Sauerstoffdefizite, fadenförmige, äußere Kiemen, die später zurückgebildet werden.
Nahrung: Kleine Schnecken, Muscheln, Krebse, Würmer und Insektenlarven.
Gefährdung: Verlust von Lebensraum (Auegewässer), Trockenlegungen, Drainagierungen, Sohlräumungen und Aalbesatz.
Schleie
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Tinca – Art: Schleie (Tinca tinca)
Durchschnittliche Länge: 35 – 45 cm, max. 65 cm
Laichzeit: Mai – Juli
Kennzeichen: Die Schleie besitzt einen mäßig hochrückigen Körper. Die Flossen sind deutlich abgerundet, die Schwanzwurzel ist auffällig hoch. Das kleine endständige Maul ist vorstülpbar und besitzt im Maulwinkel je einen kurzen Bartfaden. Die Iris der Augen ist meist intensiv rot oder dunkelorange gefärbt. Sie besitzt sehr kleine Schuppen, die tief in der Haut sitzen und von einer dicken Schleimschicht überzogen sind. Die Schwanzflosse ist im Gegensatz zu den anderen Flossen nicht gerundet, sondern gerade. Die Geschlechter können an der unterschiedlichen Größe der Bauchflossen unterschieden werden. Diese sind beim Milchner wesentlich größer und weisen ebenfalls einen auffällig verdickten zweiten Strahl auf. Beim Rogner sind die Bauchflossen klein und spitz zulaufend. Das Schuppenkleid der Schleie ist olivgrün bis bräunlich-grünlich mit Messingglanz. Die Bauchseite ist gelblich. Eine gelbrote Farbvarietät, die sogenannte Goldschleie, wird oft als Zierfisch gehalten.
Lebensraum und Lebensweise: Stehende und langsam fließende Gewässer, Altarme und Stillgewässer mit schlammigem Untergrund und reichem Pflanzenbewuchs (Kraut- und Schilfzonen). Sie ist eine gesellige, sehr anpassungsfähige und gegenüber geringen Sauerstoffgehalten widerstandsfähige Art. Typisch ist ihr gemächliches Verhalten, nicht nur während der Nahrungsaufnahme. Tagsüber hält sie sich meist zwischen Pflanzenbeständen verborgen. Erst mit Beginn der Dämmerung durchwühlt sie den Boden nach Nahrung. Zur Laichzeit werden die klebrigen Eier an Wasserpflanzen abgelegt. Die ausschlüpfenden Larven haften mit ihren am Kopf befindlichen Klebedrüsen an den Wasserpflanzen, bis der Dottersackvorrat aufgebraucht ist. Den Winter verbringen Schleien eingegraben im Schlamm.
Nahrung: Kleine Bodentiere aller Art und Pflanzen bzw. verrottende Pflanzenreste.
Gefährdung: Zerstörung und Verlust der Laichplätze und Jungfischhabitate.
Schneider
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Alburnoides – Art: Schneider (Alburnoides bipunctatus)
Durchschnittliche Länge: 9 – 13 cm, max. 14 cm
Laichzeit: Mai – Juni
Kennzeichen: Der Schneider besitzt einen leicht hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper mit endständiger fast horizontaler Maulspalte. Die nach unten gebogene Seitenlinie ist mit je einer Reihe schwarzer Punkte eingefasst. Dieser, an eine Doppelnaht erinnernden, Pigmentierung verdankt die Kleinfischart ihren Namen. Der Rücken ist messingfarben bis graugrün, die Seiten heller. Der Ansatz von Brust-, Bauch- und Afterflosse ist orange. Besonders zur Laichzeit ist eine dunkle Längsbinde über der gesamten Seitenlinie sichtbar.
Lebensraum und Lebensweise: Er bevorzugt klare, sauerstoffreiche Fließgewässer mit stärkerer Strömung. Meist im Schwarm hält er sich in Ufernähe auf. Das Ablaichen erfolgt an seichten, überströmten Stellen mit kiesigem Grund. Die klebrigen Eier haften fest am Substrat.
Nahrung: Insektenlarven, Plankton und Anflugnahrung.
Gefährdung: Gewässerverbau. Fragmentierung des Lebensraumes durch Querbauwerke. Verschlammung und Verlust geeigneter Gewässerstrukturen.
Schrätzer (Schratz)

Familie: Echte Barsche (Percidae)
Gattung: Gymnocephalus — Art: Schrätzer (Gymnocephalus schraetser)
Durchschnittliche Länge: 15 – 25 cm, max. 30 cm
Laichzeit: April – Mai
Kennzeichen: Der Schrätzer hat einen langgestreckten Körper. Sein Kopf besitzt eine längliche, spitz auslaufende Form; das Maul ist klein und unterständig. An der Kopfunterseite liegen flache Schleimgruben. Der Körper ist mit kleinen Kammschuppen bedeckt, die unter einer dicken Schleimschicht liegen. Die Kiemendeckel tragen am Ende einen langen Dorn, am Kiemenvordeckel sitzt noch ein kurzer Dorn. Die zwei Rückenflossen sind miteinander verbunden, wobei der vordere Teil Stachelstrahlen, der hintere Teil nur Gliederstrahlen besitzt. Die Rücken und Seiten sind hellbraun bis gelb gefärbt, mit drei bis vier schwarzen, häufig in Striche oder Punkte aufgelösten, Längsstreifen. Einer dieser Längsstreifen erstreckt sich entlang der unvollständigen Seitenlinie.
Lebensraum und Lebensweise: Er ist neben Zingel und Streber im Donausystem endemisch, das heisst er kommt nur in der Donau und einiger Nebenflüsse vor. Hier besiedelt er die Barbenregion mit mäßiger Strömung. Der Gewässergrund sollte Hartsubstrat (Kies, Sand, Steine) aufweisen. Schlammiger Grund wird gemieden. Er hält sich bevorzugt am Grund der tieferen Stellen des Flussbettes auf. Zur Fortpflanzung werden kurze Laichwanderungen unternommen. Die Eier werden in Form breiter, klebriger Gallertbänder an Steinen, Wurzeln etc. abgelegt.
Nahrung: Kleinkrebse, Würmer, Insektenlarven und Fischlaich.
Gefährdung: Verlust intakter Fließstrecken durch Gewässerverbau und Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen. Verlust von Lebensraum und Laichplätzen.
Seeforelle

Familie: Forellenfische (Salmonidae)
Gattung: Salmo – Art: Seeforelle (Salmo trutta F. lacustris)
Durchschnittliche Länge: 40 – 80 cm, max. 100 cm
Laichzeit: September – Dezember
Kennzeichen: Die Seeforelle besitzt einen langgestreckten, keulenförmigen Körper und eine relativ große Fettflosse. Typisch ist das silberne Schuppenkleid mit schwarzen Flecken oder Kreuzen. Allerdings variiert die Färbung stark nach Wohngewässer und der Herkunft der Fische. Die paarigen Flossen und die Afterflosse sind nicht gefleckt. Die Bauchseite ist weißlich. Zur Laichzeit ist die Färbung dunkler, graublau bis graugrün mit unregelmäßigen dunklen Flecken. Die Milchner bilden zur Laichzeit am Unterkiefer einen Laichhaken aus. Die Maulspalte reicht meist bis hinter das Auge.
Lebensraum und Lebensweise: Sie stellt eine besondere Standortform der Europäischen Forelle (Salmo trutta) dar, die hauptsächlich in tiefen, sauerstoffreichen Alpen- und Voralpenseen lebt. Die Jungfische halten sich eher im Mündungsbereich der Zuflüsse oder im Uferbereich auf; erwachsene Seeforellen leben meist in den Freiwasserzonen der Seen. Zur Laichzeit ziehen sie in die Zuflüsse hinauf. Die Eier werden auf kiesigem Grund in selbstgeschlagenen Gruben abgelegt und mit Kies bedeckt.
Nahrung: In der Jugend wirbellose Kleintiere, später hauptsächlich Fische.
Gefährdung: Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen. Zerstörung und Verlust der Laichplätze und Jungfischhabitate durch Querbauwerke. Kiesabbau in den Flussbetten.
Seesaibling

Familie: Salmonidae
Gattung: Saiblinge (Salvelinus) – Art: Seesaibling (Salvelinus umbla / alpinus)
Durchschnittliche Länge: 25 – 40 cm; bis max. 80 cm (je nach Formengruppe)
Laichzeit: Oktober – Dezember (je nach Formengruppe)
Kennzeichen: Der Seesaibling besitzt einen spindelförmigen im Querschnitt fast runden Körper mit schlankem Schwanzstiel. Die Färbung ist sehr variabel und vom Lebensraum abhängig. Die Vorderränder der paarigen Flossen und der Afterflosse sind weiß gesäumt. Die Schwanzflosse ist deutlich eingebuchtet. Das Schuppenkleid ist am Rücken und an den Seiten graugrün, blaugrün oder bräunlich mit gelblichen Punkten. Die Bauchseite ist gelborange bis weißlich. Er besitzt eine weite Maulspalte. Zur Laichzeit ist die Bauchseite des Milchners leuchtend rot gefärbt. Ältere Milchner können einen deutlichen Laichhaken ausbilden.
Lebensraum und Lebensweise: Der Seesaibling der Alpenseen ist ein Relikt der letzten Eiszeit. Hier haben sich im Laufe der Zeit lokal angepasste Formen entwickelt, die sich im Aussehen, der Färbung, dem Wachstum, der Lebensweise und der Ernährung unterscheiden. Lebensraum sind tiefe, kalte und sauerstoffreiche Gebirgsseen. Der „Schwarzreuther“ stellt eine Hungerform dar, die eine Größe von 20 cm kaum überschreitet. Neben den „normalen Saiblingen“ gibt es noch „Wildfangsaiblinge“. So bezeichnet man großwüchsige Seesaiblinge, die sich räuberisch von Fischen ernähren.
Nahrung: Zooplankton, Kleintiere und Fische (je nach Formengruppe).
Gefährdung: Eutrophierung der Gewässer und Verlust der Laichplätze.
Steinbeißer (Dorngrundel)

Familie: Schmerlen (Cobitidae)
Gattung: Cobitis – Art: Steinbeißer (Cobitis taenia)
Durchschnittliche Länge: 5 – 10 cm, max. 12 cm
Laichzeit: April – Juli
Kennzeichen: Der Steinbeißer hat einen langgestreckten und seitlich stark abgeflachten Körper. Das kleine unterständige Maul trägt sechs Barteln an der Oberlippe. Unter dem Auge sitzt ein beweglicher, zweispitziger Dorn. Er besitzt sehr kleine Schuppen und eine unvollständige Seitenlinie. Der zweite Brustflossenstrahl ist beim Milchner verdickt. Rücken und Seiten sind blassgelblich mit dunklen Punkten oder Marmorierungen sowie Längsreihen aus dunklen Flecken. Unterhalb der Seitenlinie befindet sich eine besonders markante Reihe aus größeren Flecken. Die Bauchseite ist weißlich.
Lebensraum und Lebensweise: Er bewohnt klare Fließgewässer und Seen mit sandigem Grund. Als stationärer, vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Bodenfisch, hält er sich tagsüber bis zum Kopf eingegraben im Sand auf. Bei der Nahrungsaufnahme durchkaut er den aufgenommenen Bodengrund und stößt ihn durch die Kiemenöffnungen wieder aus. Die klebrigen Eier werden an Steinen, Wurzeln oder Wasserpflanzen abgelegt. Bei sinkendem Sauerstoffgehalt kann der Steinbeißer an der Wasseroberfläche Luft schlucken und den Sauerstoff über Darmatmung aufnehmen.
Nahrung: Rädertierchen, Kleinkrebse, kleine Würmer und verrottendes organisches Material.
Gefährdung: Gewässerverschmutzung, Verschlammung, Verlust geeigneter Gewässerstrukturen.
Steinkrebs (Bachkrebs)

Familie: Astacidae
Gattung: Austropotamobius – Art: Steinkrebs (Austropotamobius torrentium)
Durchschnittliche Länge: 8 – 11 cm
Laichzeit: Oktober – November
Kennzeichen: Der Steinkrebs ist mit knapp 12 cm Länge die kleinste europäische Flusskrebsart. Die Weibchen bleiben deutlich kleiner (ca. 8 cm). Die Scherenunterseiten sind fahl gelb grau und niemals rot gefärbt, wie beim Edelkrebs. Er hat eine einteilige Leiste über den Augen.
Lebensraum und Lebensweise: Typische Wohngewässer sind sommerkalte kleine Oberlaufbäche und Gräben mit grobsteinigem Substrat. Die Wassertemperatur sollte in den Sommermonaten über 10°C liegen. Steinkrebsbestände finden sich hauptsächlich in naturnahen Wald- und Wiesenbächen in extensiv bewirtschafteten Regionen. Gelegentlich ist er mit dem Edelkrebs vergesellschaftet. Wegen seiner geringen Größe war und ist seine wirtschaftliche Bedeutung sehr gering. Die an den Schwimmbeinchen an der Unterseite des Schwanzes haftenden Eier werden vom Weibchen über den ganzen Winter getragen und gepflegt. Steinkrebse lassen sich in Teichen der Teichwirtschaft nur sehr schlecht halten und vermehren. Deshalb ist der Schutz der verbleibenden natürlichen Populationen besonders wichtig. Hierzu zählt der Erhalt der natürlichen Gewässerstruktur und der guten Wasserqualität in den Oberlaufbächen.
Nahrung: Wasserpflanzen und Algen, Insektenlarven, Kleinkrebse, Schnecken, Muscheln, Würmer, Detritus.
Gefährdung: Gewässerverschmutzung- und –verbauung. Durch die Krebspest sind die Bestände drastisch zurückgegangen und meist auf isolierte, kleinräumige Vorkommen beschränkt. Durch den abgelegenen Lebensraum ist die Gefahr der Erregereinschleppung nicht so groß wie beim Edelkrebs. Eintrag von Insektiziden, organischer Belastung und Feinsediment aus der Landwirtschaft.
Streber

Familie: Echte Barsche (Percidae)
Gattung: Spindelbarsche (Zingel) – Art: Streber (Zingel streber)
Durchschnittliche Länge: 12 – 18 cm, max. 20 cm
Laichzeit: März – April
Kennzeichen: Der Streber besitzt einen langgestreckten, spindelförmigen Körper. Der Schwanzstiel ist drehrund und auffallend lang und dünn. Brust- und Bauchflossen können so gegeneinander ausgerichtet werden, dass zwischen Körper und Untergrund bei starker Strömung ein Unterdruck entsteht. So ist er auch bei stärkster Strömung in der Lage sich auf glattem Untergrund zu halten. Die Kiemendeckel tragen einen spitzen Dorn. Das Maul ist unterständig. Er besitzt zwei voneinander getrennte Rückenflossen, die erste ist mit Stachelstrahlen bewehrt. Die Schwimmblase ist völlig rückgebildet. Die Grundfärbung ist ein gelbliches Graubraun bis Braun mit vier oder fünf deutlich abgesetzten dunklen Querbändern. Von dem mit ihm oft verwechselten Zingel unterscheidet er sich vor allem durch den schlankeren Körperbau mit den deutlicher abgegrenzten, kontrastreicheren Querstreifen und den fehlenden Schuppen am Vorderbauch.
Lebensraum und Lebensweise: Endemische Donaubarschart der Äschen- und Barbenregion. Er benötigt sauberen Kiesgrund mit tiefen Gumpen und hoher Strömungsgeschwindigkeit. Seine Hauptaktivität ist in der Dämmerung und nachts. Er bewegt sich mit Hilfe seiner Brust- und Bauchflossen ruckartig über den Gewässergrund. Zur Laichzeit werden die klebrigen Eier an seichten, stärker überströmten Kiesbänken abgelegt. Der Lebensraumverlust durch Stauhaltungen in der Donau und ihren Nebengewässern und die damit verbundene Reduzierung der Strömungsgeschwindigkeit stellen eine große Gefahr für den Fortbestand dieser Art dar.
Nahrung: Kleinkrebse, Insektenlarven und Fischbrut.
Gefährdung: Verlust intakter Fließstrecken durch Gewässerverbau und Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen. Verlust von Lebensraum und Laichplätzen.
Strömer

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Telestes – Art: Strömer (Telestes souffia)
Durchschnittliche Länge: 12 – 17 cm, max: 24 cm
Laichzeit: März – Mai
Kennzeichen: Der Strömer besitzt einen langgestreckten, fast spindelförmigen Körper. Das Maul ist leicht unterständig. Die Rückenflosse steht über den Bauchflossen. Das Schuppenkleid ist graubraun, bläulich glänzend, der Rücken und die Flanken sind silbrig, der Bauch ist weiß. Das Seitenlinienorgan und die Flossenansätze sind orange, die Flossen gelblich bis hellbraun. In der Fortpflanzungszeit bilden die Milchner eine violett glänzende Längsbinde aus, die von den Augen bis zur Schwanzflosse reicht.
Lebensraum und Lebensweise: Der karpfenartige Kleinfisch hält sich im freien Wasser in größeren Tiefen auf. Er ist ein Schwarmfisch und ernährt sich vor allem von kleinen wirbellosen Tieren. Zur Laichzeit legt der Rogner die Eier auf feinkörnigem Kies ab. Früher kam der Strömer in großen Mengen in den Fließgewässern vor.
Gefährdung: Gewässerverbau. Fragmentierung des Lebensraums durch Querbauwerke. Fehlende Laichmöglichkeiten.
W
Wels (Waller)

Familie: Echte Welse (Siluridae)
Gattung: Silurus – Art: Wels (Silurus glanis)
Durchschnittliche Länge: 1 – 2 m, max. 2,5 m
Laichzeit: April – Juli
Kennzeichen: Der Wels besitzt einen langgestreckten, massigen, schuppenlosen Körper mit breitem abgeplattetem Kopf mit Bartfäden. Zwei lange Barteln sitzen auf dem Oberkiefer und vier kürzere Barteln am Unterkiefer. Das große Maul besitzt zahlreiche kleine, bürstenartige Hechelzähne. Die Augen sind auffallend klein. Die Rückenflosse ist sehr kurz und klein, die Afterflosse sehr lang und reicht bis zur Schwanzflosse. Die Milchner sind etwas größer als die Rogner. Das Schuppenkleid ist sehr variabel, meist auf der Oberseite blaugrau, über grünlichbraun bis blauschwarz gefärbt. Die Seiten sind heller und marmoriert, der Bauch weißlich. Der Wels besitzt im Gegensatz zu den Zwergwelsarten keine Fettflosse.
Lebensraum und Lebensweise: Bewohnt tiefere stehende und langsam fließende Gewässer, insbesondere trübe und nicht zu kalte Gewässer mit weichem Grund. Er ist ein dämmerungs- und nachtaktiver einzelgängerischer und gefräßiger Räuber. Im Winter hält er sich an tieferen Stellen auf und ruht ohne Nahrungsaufnahme, oft eingegraben im Schlamm. Zur Laichzeit werden die klebrigen Eier in einer nestähnlichen Mulde im pflanzenbestandenen Uferbereich abgelegt. Das Gelege wird bis zum Schlupf der kaulquappenähnlichen Larven vom Milchner bewacht.
Nahrung: Verschiedene Fischarten, kleine Säugetiere, Amphibien und mitunter Wasservögel.
Z
Zander (Schill, Sander)

Familie: Echte Barsche (Percidae)
Gattung: Sander – Art: Zander (Stizostedion lucioperca)
Durchschnittliche Länge: 50 – 80 cm, max. 100 cm
Laichzeit: April – Juni
Kennzeichen: Der Zander besitzt einen langgestreckten, spindelförmigen Körper mit spitz zulaufendem Kopf. Die „Katzenaugen“ leuchten im Licht silbrig. Die endständige Maulspalte reicht bis zum Augenhinterrand, oft darüber hinaus. Neben kleinen Bürstenzähnen fallen im Ober- und Unterkiefer große Fangzähne („Hundszähne“) auf. Er besitzt zwei,durch einen kurzen Abstand getrennte Rückenflossen, die erste mit spitzen Stachelstrahlen. Am Ende der Kiemendeckel sitzt ein kurzer Dorn. Der Körper wird von kleinen Kammschuppen bedeckt. Die Färbung ist sehr variabel, meist grünlichgrau mit silbrigem oder messingfarbenem Glanz. Rücken- und Schwanzflossen tragen schwarze Parallelstreifen. Die Seiten zeigen mehr oder weniger verwaschene dunkle Querbinden.
Lebensraum und Lebensweise: Als größter Vertreter der Barschfamilie bevorzugt er größere, tiefe und planktontrübe stehende oder fließende Gewässer mit festem Grund. Während der Laichzeit legt der Milchner Nestgruben, sog. Zandernester an. Das sind z.B. Wurzeln oder versunkene Äste. Der Rogner legt die klebrigen Eier auf die Wurzelstücke ab. Sie werden vom Milchner gegen Laichräuber bewacht und durch Fächeln der Flossen mit Frischwasser versorgt.
Nahrung: In der Jugend Zooplankton und kleine Bodentiere, später hauptsächlich schlanke Fische.
Zingel

Familie: Echte Barsche (Percidae)
Gattung: Spindelbarsche (Zingel) – Art: Zingel (Zingel zingel)
Durchschnittliche Länge: 20 – 30 cm, max. 40 cm
Laichzeit: März – Mai
Kennzeichen: Der Zingel besitzt einen spindelförmigen, fast drehrunden Körper mit dünnem Schwanzstiel. Der Kopf läuft zur Schnauze hin spitz zu und ist nach den Seiten hin beweglich. Das Maul ist klein und unterständig. Die großen Augen können sich unabhängig voneinander bewegen. Die Kiemendeckel tragen einen spitzen Dorn. Der Körper ist mit kleinen Kammschuppen bedeckt, der Kopf nur teilweise. Auch die Kehle ist bis zum Ansatz der Bauchflossen unbeschuppt. Er besitzt zwei deutlich voneinander getrennte Rückenflossen, die erste ist mit Stachelstrahlen bewehrt. Die Färbung ist gelbbraun mit unregelmäßigen, verwaschenen dunklen Querstreifen. Die Schwimmblase ist zurückgebildet. Große Verwechslungsgefahr besteht mit dem Streber.
Lebensraum und Lebensweise: Endemische Donaubarschart. Er bevorzugt strömende, seichte Uferabschnitte der Barben- und Brachsenregion mit sandig-kiesigem Grund. Im Gegensatz zum Streber hält er sich auch gerne in ufernahen, langsam strömenden Bereichen auf. Er bewegt sich mit Hilfe seiner Brust- und Bauchflossen ruckartig über den Gewässergrund. Seine Hauptaktivität ist in der Dämmerung und nachts. Zur Laichzeit werden die klebrigen Eier an seichten, stärker überströmten Kiesbänken abgelegt.
Nahrung: Kleinkrebse, Würmer, Insektenlarven sowie Fischlaich- und Fischbrut.
Gefährdung: Verlust intakter Fließstrecken durch Gewässerverbau und Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen. Verlust von Lebensraum und Laichplätzen.
Zobel

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Brassen (Abramis) – Art: Zobel (Abramis sapa)
Durchschnittliche Länge: 15 – 30 cm
Laichzeit: April – Mai
Kennzeichen: Der Zobel hat einen hochrückigen, seitlich stark zusammengedrückten Körper. Im Unterschied zur Zope hat der Zobel eine stumpfe, nach oben gewölbte Schnauze mit leicht unterständigem Maul. Auffällig ist die über den Augen stark gewölbte Schnauze. Als besonderes Merkmal gilt seine sehr lange Afterflosse. Der untere Lappen der Schwanzflosse ist etwas länger als der obere. Das Schuppenkleid ist silbrig-hell, mit dunklerer Rückenpartie.
Lebensraum und Lebensweise: Er bewohnt die unteren, fließenden Abschnitte der Flüsse der Barben- und Brachsenregion. Sein Vorkommen erstreckt sich von stehenden über langsam fließende Gewässer sowie auch Brackwasser. Im Gegensatz zur sehr ähnlichen Zope kommt der Zobel nur im Donaugebiet und im Rhein vor. Er lebt gesellig und sucht seine Nahrung am Boden. Zur Laichzeit tragen die Milchner einen feinen Laichausschlag.
Nahrung: Würmer, Insektenlarven, Kleinkrebse, Schnecken und kleine Muscheln.
Gefährdung: Gewässerverschmutzung und -verbau.
Zope

Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Brassen (Abramis) – Art: Zope (Abramis ballerus)
Durchschnittliche Länge: 20 – 30 cm
Laichzeit: April – Juni
Kennzeichen: Die Zope hat einen hochrückigen, seitlich stark zusammengedrückten Körper. Der Kopf ist verhältnismäßig klein, gestreckt und spitz zulaufend. Das Maul ist endständig, die Maulspalte weist leicht nach oben. Die Augen sitzen weit vorne und sind relativ groß. Als besonderes Merkmal gilt ihre sehr lange Afterflosse. Die Flossen sind dunkel umrandet. Der untere Teil der Schwanzflosse ist deutlich länger als der obere. Die Spitzen der Brustflossen reichen meist bis zum Ansatz der Bauchflossen. Das Schuppenkleid ist silbrig mit bräunlichem Schimmer, die Rückenpartie ist dunkler.
Lebensraum und Lebensweise: Sie bewohnt die unteren, fließenden Abschnitte der Flüsse der Barben- und Brachsenregion, sowie einige Seen im Gebiet der Nord- und Ostsee. In Kleingruppen hält sie sich vorwiegend in der Freiwasserzone auf. Dort ernährt sie sich anders als ihre nahen Verwandten hauptsächlich von Zooplankton und Algen. Zur Laichzeit tragen die Milchner einen feinen Laichausschlag. Sie unternehmen Wanderungen zu ihren Laichplätzen, in der Regel in die Überschwemmungsflächen der Aue.
Nahrung: Zooplankton, Algen und Anflugnahrung.
Gefährdung: Gewässerververbau, Verlust von Lebensraum und Laichplätzen vor allem Überschwemmungszonen der Auegebiete.