Umweltbildung

„Freude am Schauen und Begreifen  ist die schönste Gabe der Natur“ Johann Wolfgang von Goethe

„Freude am Schauen und Begreifen
ist die schönste Gabe der Natur“
Johann Wolfgang von Goethe

Für Kinder und Jugendliche gibt es im und am Wasser viel zu entdecken. Deren Neugier, Begeisterungsfähigkeit und Beobachtungsgabe sind der Schlüssel schon in jungen Jahren einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen  vermitteln zu können. Dem LFV Bayern liegt hierbei speziell der Schutz der Gewässer als Lebensraum der zahlreichen Fischarten am Herzen.

Den Grundstein hierfür legt der LFV Bayern mit folgenden Projekten.

Schulkalender „Wald, Wild & Wasser“: der auf dem bayerischen Lehrplan abgestimmte, kostenlose Tierkalender ist schon seit vielen Jahren aus den Klassenräumen der bayerischen 3. und 4. Klassen nicht mehr wegzudenken.

Projekt „Fischer machen Schule“: speziell für Lehrkräfte und Schüler der 4. und 6. Klassen, sowie für Jugendleiter bietet das Projekt umfangreiche Lehrmaterialien und geeignete Ansprechpartner für einen Aktionstag am Wasser.

Fischereiabteilung im Dt. Jagd- und Fischereimuseum: die Dioramen-Ausstellung „Fischgeschichten – Wasserwelten“ bietet Naturinteressierten aller Altersstufen das Erlebnis in die Welt unter der Wasseroberfläche einzutauchen. Fischereifachliche Führungen können über das Museum gebucht werden.

Dezember: Die Rotfeder

so genannt wegen ihrer hellroten Bauch- und Schwanzflossen, bewohnt Teiche, Seen und langsam fließende Gewässer. Dort lebt sie gesellig zwischen den Pflanzen der Uferregion nahe der Wasseroberfläche. Pflanzliche Kost spielt…
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November: Das Wildkaninchen

ist sehr schnell und äußerst wendig, aber kein ausdauernder Läufer. Deshalb ist es darauf angewiesen, auf kurze Entfernung Deckung, besser Unterschlupf zu finden. Die Tiere entfernen sich darum nie sehr…
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Oktober: Das Rotwild

ist die größte Tierart unserer Heimat. Den männlichen Tieren – die bis zu 200 Kilogramm schwer werden können – wächst jedes Jahr ein neues Geweih. Dies kann im Alter und…
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September: Die Schleie

hat eine olivgrüne Färbung mit goldenem Schimmer und besitzt eine dicke Schleimschicht. Wie man heute weiß, wirkt der Schleim als Schutzmantel gegen Bakterien und Pilze. Im Mittelalter  glaubten die Menschen…
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August: Das Auerwild

zählt biologisch zu den Raufußhühnern. Es sind die größten euro-päischen Hühnervogel und höchst störungsempfindliche Bewohner naturnaher Nadel- und Mischwälder. Kennzeichen ihres Lebensraumes ist die Waldkiefer, in Hochgebirgen auch die Arve….
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Juli: Der Feldhase

dürfte eines der bekanntesten Wildtiere überhaupt sein. Feld und Wald gehören zu seinem Lebensraum. Er ist das kleinste Säugetier, das unsere Winter überleben kann, ohne in Höhlen Schutz vor Kälte…
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Juni: Die Graugans

ist eine zunehmend auch im Binnenland vorkommende Gänseart. Sie hat in wenigen Jahrzehnten Lebensräume besiedelt, in denen sie vorher unbekannt war. In Bayern ist sie inzwischen an allen größeren Gewässern…
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Mai: Der Maikäfer

gehört zu den großen Käfern unserer Heimat und zu den wenigen Arten, die viele Menschen kennen. Er tritt zuweilen in großen Massen auf. Das Bild zeigt ihn im Laubwald auf…
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April: Die Nase

ernährt sich als eine der wenigen heimischen Fischarten fast ausschließlich von pflanzlicher Kost. Ihren Namen verdankt sie ihrer typisch geformten Schnauze mit dem stark unterständigen Maul. Mit dem scharfkantigen, verhornten…
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März: Die Hohltauben

sind die Höhlenbrüter unter den vier Wildtaubenarten unserer Heimat. Sie sind Pflanzenfresser und müssen uns deshalb im Winter verlassen. Ihr Lebensraum sind ältere Laub- oder Mischwälder. Dort sind sie auf…
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Februar: Der Karpfen

stammt ursprünglich aus Asien. Als wichtigster Fisch der Teichwirtschaft wurde er von den Klöstern im 13. bis 15. Jahrhundert über fast ganz Europa verbreitet. Er bevorzugt warme, stehende oder langsam…
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Januar: Das Rehwild

ist sehr anpassungsfähig und überall anzutreffen. Es bevorzugt jedoch abwechslungsreiche Lebensräume, die Nahrung und Deckung bieten. „Feinden“ weicht es nur ein kleines Stück aus und beobachtet dann aus „sicherem Versteck“…
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Einführung

Zum Kalender „Wald, Wild und Wasser 2017“

Die Auswahl der vorgestellten Tierarten wurde unter dem Leitthema „Pflanzenfresser und Friedfische“ getroffen. Pflanzen, die in der Lage sind, aus Kohlendioxid und Wasser Kohlehydrate aufzubauen, bilden die Grundlage allen tierischen Lebens. Viele Tierarten – die Pflanzenfresser – bleiben zeit ihres Lebens existenziell von ihnen abhängig. Vorgestellt werden Säugetiere, Vögel, Fische und ein Insekt.
Unter dem Sammelbegriff „Wild“ stellen sich viele Menschen zunächst einmal die Gesamtheit aller
wildlebenden Tiere unserer Heimat vor. Dies ist zwar im Ansatz richtig, trifft jedoch auf den tatsächlichen Sachverhalt nur unzureichend zu. „Wild“ ist ein Begriff aus dem Jagdrecht und bezieht sich allein auf die wildlebenden Tierarten, auf die die Jagd ausgeübt werden darf. Diese Tierarten sind im Jagdgesetz alle einzeln benannt.
Es würde zu weit führen, diesen Katalog hier vorzustellen, doch soll versucht werden, ein paar
grundsätzliche Aspekte herauszuarbeiten.

Die Liste der jagdbaren Tierarten (= „Wild“) ist historisch gewachsen und unterliegt immer wieder Veränderungen. So wurden z.B. in den siebziger Jahren alle Eulen herausgenommen und etwa in den neunziger Jahren in Bayern drei Rabenvogelarten aufgenommen. Derzeit umfasst die Liste über 100 Arten.
Jagdbar sind nur bestimmte Arten der Säugetiere und Vögel, grundsätzlich jedoch keine Fische, Reptilien und Insekten.
Sehr viele jagdbare Arten dürfen tatsächlich aber trotzdem nicht bejagt werden. Sie genießen eine ganzjährige Schonzeit. Obwohl sie jagdlich nicht genutzt werden dürfen, haben sie ein Recht auf Hege durch den Jäger. Somit schützt sie das Jagdrecht umfassender als das Naturschutzrecht.
Die Säugetiere und Vögel, die im Kalender „Wald, Wild und Wasser 2017“ vorgestellt werden, unterliegen alle dem Jagdrecht und haben
– ausgenommen der Hohltauben und Auerwild – Jagdzeit.

Der Lebensraum Wasser ist in Bayern vielfältig: Bäche, Flüsse, Teiche und Seen. Genauso vielfältig sind die Bewohner dieser Unterwasserwelten. Allerdings ist diese Artenvielfalt durch eine Vielzahl menschlicher Eingriffe in unsere Gewässer bedroht. Die Fischer setzen sich deshalb für den Schutz der Gewässer und die Hege der heimischen Fischarten ein.

Im Kalender 2017 stellen wir vier Fischarten vor, die als Friedfische bezeichnet werden. Im Gegensatz zu den Raubfischen ernähren sich diese nicht von anderen Fischen und Wirbeltieren, sondern von Kleintieren und pflanzlicher Kost. Darunter versteht man hauptsächlich Insekten und deren Larven, Würmer, Kleinkrebse, Schnecken und Muscheln. Unterschiedliche Algen und junge Triebe höherer Wasserpflanzen zählen zur Pflanzennahrung. Reine Pflanzenfresser gibt es bei den Fischen streng genommen nicht. Selbst bei der Aufnahme pflanzlicher Nahrung werden im-mer Kleintiere, die sich zwischen den Pflanzen aufhalten, mit aufgenommen.
Das Fischmaul stellt oft eine Anpassung an die mitunter speziellen Ernährungsgewohnheiten der einzelnen Fischarten dar. Seine Form und Ausrichtung verrät, wo der Fisch nach Nahrung sucht. Fische, deren Mäuler nach oben geöffnet sind, suchen ihre Nahrung bevorzugt an der Wasseroberfläche. Dies ist im Kalender bei der Rotfeder gut zu erkennen. Fische, deren Mäuler sich nach unten öffnen ernähren sich hauptsächlich von Pflanzen oder Kleinlebewesen im Gewässergrund. Die Kalenderfische Karpfen und Schleie spüren diese Kleintiere mit einem vorstülpbaren Maul und den Geschmacksknospen auf Barteln und Lippen auf. Das Maul der vorgestellten Fischart Nase hat sich wiederum ganz auf das Abschaben der Aufwuchsalgen vom Gewässergrund spezialisiert. Ihr stark unterständiges Maul hat hierfür harte Hornlippen ausgebildet.

J. Weißmann / S. Schütze