Wirbel um Fall Augenthaler

Im Mai prangte in vielen bayerischen Zeitungen ein Bild des Fußballweltmeisters Klaus Augenthaler mit einem kapitalen Waller. Da der Waller gemäß der Zeitungsberichte zurückgesetzt wurde, kam es durch eine umstrittene Tierschutzorganisation zu einer Strafanzeige gegen den Fänger. Das zog eine erneute bayernweite Berichterstattung in verschiedenen Medien nach sich. Auch der Landesfischereiverband Bayern wurde von der Süddeutschen Zeitung um einen Kommentar gebeten.

In der Stellungnahme wurde das Verhalten klar verurteilt, weil es gegen das Fischereigesetz verstieß. Das Interview führte anschließend auf der Facebook-Seite des LFV zu hitzigen und leider vielfach unsachlichen Auseinandersetzungen. Häufige Forderungen: der LFV Bayern hätte erst gar kein Interview geben dürfen oder das Verhalten Augenthalers zumindest als Kavaliersdelikt darstellen oder sogar positiv bewerten müssen. Manche Diskussionsteilnehmer vertraten auch die Auffassung, dass der Fall Augenthaler geeignet wäre über eine Lockerung des bayerischen „Entnahmegebots“ neu zu diskutieren. Aus Sicht des LFV Bayern ist der umstrittene Fall hierfür jedoch denkbar ungeeignet.

Zur Klarstellung einige Anmerkungen zum Fall:

Laut der Zeitungsberichte hatte Augenthaler drei Waller zwischen 170 cm und 190 cm am selben Tag gefangen. Offensichtlich hat er also gezielt auf Waller gefischt. Zufallsfänge waren es damit sicher nicht, sondern klassisches Catch & Release. Zurücksetzen von Wallern ist in Bayern gemäß Fischereigesetz nicht erlaubt. Die Fischart hat aufgrund der Bestandsentwicklung weder Schonzeit noch Schonmaß. Das Foto vom Waller, welches in der Presse veröffentlicht wurde, zeigt einen mit Blättern und Dreck panierten Waller, mehrere Meter weg vom Wasser. Ein waidgerechter Umgang mit dem Fisch sieht anders aus. Die Überlebenschance des Wallers auf dem Foto ist fraglich. Der Bericht schadet damit der gesamten Angelfischerei, weil er die Angler angreifbar macht. Der Gang zur Presse, von Augenthaler oder seinem Fischerkamerad, war alles andere als klug. Das Foto war vollkommen ungeeignet einen positiven Bezug zur Fischerei darzustellen. Selbst tote Fische sollte man der Öffentlichkeit so nicht präsentieren. Es war aus Verbandssicht notwendig, sich von dem Verhalten Augenthalers klar abzugrenzen.

Der Landesfischereiverband hat in der Vergangenheit vielfach auf die Probleme mit der bayerischen Regelung zum Zurücksetzen von Fischen hingewiesen und auch in öffentlichen Veranstaltungen diskutiert. Hier eine Rückschau auf vergangene Veröffentlichungen. 

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